CBD Studien - Aktueller Stand der Forschung

CBD Studien - Aktueller Stand der Forschung

Veröffentlicht: 27.06.2021 (Aktualisiert: 23.07.2021)
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

CBD-Studien – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Wie bei den meisten Naturstoffen gibt es auch bei CBD nur wenige klinische Studien am Menschen.
  2. Am besten erforscht sind Wirkung und Verträglichkeit bei den beiden CBD-haltigen Medikamenten Epidiolex und Nabiximols, die man gegen Epilepsie und Multiple Sklerose einsetzt.
  3. Präklinische Studien haben gezeigt, dass CBD auch Tieren mit Gelenkschmerzen helfen kann.
  4. Als gesichert gilt, dass CBD gut verträglich und biologisch wirksam ist, selten Nebenwirkungen zeigt und weder einen Rausch hervorruft noch abhängig macht.
  5. CBD kann sich vor allem bei der Behandlung von Anfallsleiden, psychischen Erkrankungen und Stress, Schmerzen und Entzündungen als hilfreich erweisen.

CBD gegen Depression, CBD gegen Stress und Angststörungen, CBD gegen Schlafstörungen – die vielen Anwendungen von Cannabidiol klingen fast nach einem Wundermittel. Ist es das? Oft genug verspricht Werbung mehr als sie halten kann. Halten können heißt wissenschaftlich belastbare Beweise für die Wirkung von CBD liefern. Die gibt es: CBD-Studien bestätigen immer mehr medizinische Anwendungen des Cannabinoids.

CDB in der Forschung – Wozu braucht man überhaupt CBD-Studien?

Will ein Forscher etwas beweisen, so muss er Experimente machen. Geht es um die Wirkung bei Krankheiten, so steht auch bei CBD eine Studie in Zellkulturen an erster Stelle. An Zellen aus menschlichen oder tierischen Geweben lässt sich die Wirkung von CBD beobachten, indem man davon kleine Mengen in die Nährlösung gibt.

Bei CBD und Krebs gibt es spannende Befunde – aber in einem Organismus ist die Sache komplizierter als bei isolierten Krebszellen. Die Pharmakokinetik spielt eine wichtige Rolle. Wie wird CBD-Öl aufgenommen, mit dem Blut transportiert, und wie interagiert es mit den Zellen verschiedener Gewebe? Zuletzt wird Cannabidiol abgebaut und ausgeschieden. Wie schnell CBD wirkt und wie lange die CBD-Wirkung anhält hängt von all diesen Faktoren ab.

Präklinische Studien zu CBD

Tiermodelle mit Ratten oder Mäusen sind der nächste Schritt. Sofort am Menschen testen wäre unverantwortlich. Stattdessen schauen Forscher, wie sich psychotische Symptome mit CBD verändern, ob es eine entzündungshemmende Wirkung hat oder gegen chronische Schmerzen hilft. Versuche in Zellkulturen und an Tieren bezeichnet man als präklinische CBD-Studien, also Studien vor der klinischen Anwendung.

Man muss von Tierversuchen nicht viel halten, aber sie liefern wichtige Infos für die Behandlung von Tieren. Viele Tierärzte schwören auf CBD für Katzen und Hunde, etwa bei Schmerzen durch Gelenkentzündungen. Diese Untersuchungen haben also mehr als nur theoretischen Wert. Apropos: Auch Lucky Hemp bietet CBD-Öl für Tiere an, speziell Bacon CBD-Öl und Lachs CBD-Öl für Hunde und Katzen.

Die wichtigsten Fazits von CBD-Studien beim Menschen:

  • CBD ist gut verträglich,
  • hat nur selten leichte Nebenwirkungen,
  • wirkt nicht psychoaktiv und
  • macht nicht abhängig.

Placebo-kontrollierte randomisierte Doppelblindstudien gelten als Goldstandard der Forschung. Klingt komplizierter als es ist: eine Hälfte der Patienten erhält CBD-Öl, die andere Hälfe ein Placebo, ein Scheinmedikament. Das sieht genauso aus, schmeckt genauso und riecht genauso. Wer was bekommt wird vorher per Zufall entschieden. Nur die Leiter der Studien wissen Bescheid, aber kein Arzt, Pfleger oder Patient.

Klassische Reihenfolge bei Studien: Erst schaut man, welche Effekte der Stoff auf Zellen hat. Dann folgen erste Aussagen über Sicherheit und Verträglichkeit bei Tieren. Erst nach solchen präklinischen kommen klinische Studien am Menschen an die Reihe. Randomisierte und Placebo-kontrollierte Doppelblindstudien mit möglichst vielen Probanden gelten als sicherste Beweise.

CBD bei Angst, Depressionen oder Schlafstörungen - Warum gibt es so wenige klinische Studien?

Klinische Studien sind teuer in Planung, Durchführung und Auswertung. So viel Geld gibt keine Pharmafirma gerne aus. Bei CBD erst recht, denn Naturstoffe kann man nicht patentieren. Heißt die Konkurrenz profitiert genauso von den Ergebnissen. Daher gibt es nur wenige Placebo-kontrollierte randomisierte Doppelblindstudien zur CBD-Wirkung. In der wissenschaftlichen Literatur findet man meist nur kleine Studien mit wenigen Patienten, aber umso mehr präklinische, weil die viel billiger sind.

Der Mangel an CBD-Studien hat nichts mit fehlender Wirksamkeit zu tun – die positive Wirkung von CBD-Öl und CBD-Präparaten ist inzwischen unzweifelhaft. Ähnliches gilt für das nach wie vor verfemte medizinische Cannabis, bei dem THC etwa zur Linderung von Schmerzen zum Einsatz kommt.

Wie wirkt Cannabidiol?

Nach derzeitigem Wissensstand zeigt Cannabidiol positive Wirkung bei vielen Krankheiten. Es ist vor allem hilfreich gegen

  • Schmerzen (analgetisch)
  • Krämpfe (spasmolytisch)
  • Anfallsleiden (antiepileptisch)
  • Ängste (anxiolytisch)
  • Depressionen (antidepressiv)
  • Psychosen (antipsychotisch)
  • Entzündungen (antiinflammatorisch)
  • Bakterien (antibakteriell)
  • Sauerstoffradikale (antioxidativ).

Medikamente mit CBD gegen Epilepsie und Multiple Sklerose

Mit Abstand am besten dokumentiert ist die krampflösende, schmerzlindernde und anfallsverhindernde Wirkung von CBD. So etwas ist vor allem bei Epilepsie und Multiple Sklerose wichtig. Hier haben Pharmafirmen kräftig in klinische Studien für die Zulassung von zwei Medikamenten investiert:

  • Epidiolex ist ein standardisierter Cannabis-Extrakt. In den USA ist er für die Behandlung von Epilepsie zugelassen. Die Anfälle kommen seltener und sind weniger heftig. Zudem braucht man so weniger von den üblichen Medikamenten. Heißt es gibt auch weniger Nebenwirkungen.
  • Nabiximols ist im Mundspray Sativex enthalten. Das bekommen Patienten mit Multiple Sklerose in einigen EU-Staaten verschrieben. Es lindert die schwersten Krampfanfälle. Aktuell läuft eine klinische Studie für eine Erweiterung dieser Indikation: Nabiximols könnte Patienten mit Krebs helfen, die während der Chemo an chronischen Schmerzen leiden.

CBD gegen neurodegenerative Erkrankungen

Klinische Studien deuten darauf hin, dass CBD bei neurodegenerativen Erkrankungen helfen könnte. Wichtig wäre das bei Alzheimer und Parkinson: In der Klinik spielen die eine immer größere Rolle, aber die bisherigen Möglichkeiten zur Therapie sind beschränkt.

CBD gegen psychische Krankheiten

Auch für die Anwendung von CBD bei psychischen Erkrankungen gibt es Hinweise für eine positive Wirkung von Cannabidiol. Vor allem im Zusammenhang mit chronischem Stress. Der ruft Schlafstörungen hervor und eskaliert zusehends. Die Abwärtsspirale endet mit Depressionen, Ängsten und Psychosen, schlimmstenfalls mit Burnout.

Studien zeigen, das sich dieser Teufelskreis mit CBD-Öl durchbrechen lässt. Mögliche Einsatzgebiete von Cannabidiol bei Stress und damit einhergehende psychische Erkrankungen sind

  • CBD gegen Stress und Angststörungen (Studie),
  • CBD gegen Depressionen (Studie),
  • CBD gegen psychotische Syndrome (Studie) und
  • CBD gegen Schlafstörungen (Studie).

CBD gegen Entzündungen und Schmerzen

Vielversprechend sind auch wissenschaftliche Studien zu CBD gegen Entzündungen und damit verbundene Schmerzen. Oft verläuft beides chronisch. So gibt es unter anderem Studien zu

  • CBD gegen Morbus Crohn (Studie),
  • CBD gegen Colitis ulcerosa (Studie),
  • CBD gegen rheumatoide Arthritis (Studie) und
  • CBD gegen Arthrose (in dieser englischen Studie als osteoarthritis bezeichnet), was vor allem bei Hunden gut untersucht ist.
CBD-Öl und CBD-Blüten sind eine sanfte und natürliche Alternative zur Behandlung von körperlichen und geistigen Beschwerden. Cannabidiol-Produkte gelten nicht als Medikamente, sondern als Nahrungsergänzungsmittel. Dass da mehr drin sein sollte zeigen Arzneimittel wie Epidiolex und Nabiximols.

Was darf man von weiteren klinischen Studien zur CBD-Wirkung erwarten?

Der aktuelle CBD-Hype wird neue klinische Studien nach sich ziehen. Vielleicht machen die Hinweise sogar teure Doppelblindstudien interessant. Auch wenn die Wirksamkeit von CBD bei Stress, Depressionen, Schlafstörungen und anderen Erkrankungen als gut gesichert gilt, kann man erst mit hohen Patientenzahlen und genauen Untersuchungen von wissenschaftlich eindeutigen Beweisen reden.

CBD ist nicht halluzinogen, macht nicht abhängig und ist gut verträglich. Eigentlich müsste das die alten Vorbehalte aus dem Weg räumen. Aber wegen des psychotrophen THC sehen viele Menschen nach wie vor alles, was mit Cannabis zu tun hat, kritisch.

CBD gegen Stress, Schlafstörungen oder Depressionen können Sie bis dahin selbst ausprobieren – völlig ohne Risiko: Unsere CBD-Öle gehören zu den hochwertigsten auf dem Markt. Auch unsere CBD-Blüten bekommen sie ohne Rezept, garantiert ohne bedenkliches THC.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.