Bester pH-Wert beim Cannabis Anbau

Bester pH-Wert beim Cannabis Anbau

Veröffentlicht: 12.05.2024
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

Definition des pH-Werts

Der pH-Wert ist eine Kennzahl, die angibt, ob eine Lösung sauer, basisch (alkalisch) oder neutral ist, basierend auf der Konzentration an Hydroniumionen (H3O+). Diese Größe spielt eine entscheidende Rolle in einer Vielzahl von wissenschaftlichen und alltäglichen Kontexten, einschließlich der Kultivierung von Cannabis, wo sie direkten Einfluss auf die Gesundheit und den Ertrag der Pflanzen hat. Der pH-Wert wird auf einer Skala von 0 bis 14 gemessen, wobei Werte unter 7 als sauer, Werte über 7 als basisch (alkalisch) und ein Wert von genau 7 als neutral bezeichnet werden.

Chemische Grundlagen

Chemisch betrachtet ist der pH-Wert der negative dekadische Logarithmus der Hydroniumionen-Konzentration. Eine höhere Konzentration dieser Ionen bedeutet einen niedrigeren pH-Wert und damit eine höhere Säure. Umgekehrt führt eine niedrigere Konzentration zu einem höheren pH-Wert und kennzeichnet somit eine basische Lösung. Diese Eigenschaft macht den pH-Wert zu einem wesentlichen Faktor bei der Beurteilung der chemischen Bedingungen einer Umgebung, sei es in einer Lösung oder im Boden, und bestimmt dadurch die Verfügbarkeit und Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen für die Pflanzen.

Bedeutung für den Cannabis-Anbau

Im Rahmen des Cannabis-Anbaus nimmt der pH-Wert eine zentrale Stellung ein, da er direkt beeinflusst, wie gut Cannabis-Pflanzen Nährstoffe aus dem Boden oder einer Nährlösung aufnehmen können. Ein optimaler pH-Wert für die Kultivierung von Cannabis liegt typischerweise zwischen 6,0 und 7,0, abhängig davon, ob im Boden oder hydroponisch angebaut wird. Außerhalb dieses Bereichs können Nährstoffe im Boden oder in der Lösung festgelegt werden und sind somit für die Pflanzen weniger verfügbar, was zu Mangelerscheinungen und suboptimalem Wachstum führen kann.

Messung und Anpassung

Zur Bestimmung des pH-Werts stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, darunter Indikatorpapier, pH-Teststreifen und elektronische pH-Meter. Insbesondere bei der Pflege von Cannabis ist es entscheidend, den pH-Wert regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, um sicherzustellen, dass die Pflanzen die bestmögliche Umgebung für das Wachstum und die Blüte haben. Die Anpassung des pH-Werts kann durch die Zugabe von pH-Regulatoren erfolgen, sei es, um die Lösung saurer oder alkalischer zu machen, je nach den spezifischen Bedürfnissen der Anbauumgebung.

Zusammenfassend ist der pH-Wert ein fundamentales Konzept nicht nur in der Chemie, sondern auch in der Pflanzenbiologie und speziell im Cannabis-Anbau. Ein angemessenes Verständnis und die sorgfältige Kontrolle des pH-Werts können entscheidend für die Gesundheit der Pflanzen und letztlich für den Erfolg des Anbauvorhabens sein.

Messmethoden und Instrumente

Um den pH-Wert präzise zu bestimmen, stehen verschiedene Methoden und Instrumente zur Verfügung. Jede dieser Techniken hat ihre spezifischen Anwendungsbereiche, Vor- und Nachteile, die sie für unterschiedliche Situationen, wie die Überwachung des Wachstumsmediums von Cannabis, geeignet machen.

Indikatorpapier und Teststreifen

Eine der einfachsten und kostengünstigsten Methoden zur Messung des pH-Werts sind Indikatorpapiere und pH-Teststreifen. Diese werden in die zu testende Lösung eingetaucht und ändern ihre Farbe abhängig vom pH-Wert. Die resultierende Farbe wird dann mit einer Farbskala verglichen, um den pH-Wert abzulesen. Diese Methode eignet sich gut für schnelle und ungefähre Messungen, bietet jedoch keine hohe Präzision. Sie ist besonders nützlich für Hobbygärtner oder in Situationen, in denen eine schnelle Überprüfung des pH-Werts erforderlich ist, ohne dass eine exakte Zahl notwendig ist.

pH-Meter und Elektroden

Für genauere Messungen werden pH-Meter verwendet, die mit einer oder mehreren Elektroden arbeiten. Diese Instrumente messen die elektrische Spannung, die von der Hydroniumionen-Konzentration in der Lösung abhängt, und wandeln sie in einen pH-Wert um. Moderne pH-Meter bieten eine hohe Genauigkeit und können direkt digitale Werte anzeigen, was sie zu wertvollen Werkzeugen für professionelle Anwender und ernsthafte Hobbyisten macht. Die korrekte Kalibrierung und regelmäßige Wartung der Elektroden sind für genaue Messungen essenziell. Verschiedene Typen von Elektroden sind verfügbar, um spezifische Anforderungen, wie die Messung in schwierigen Proben oder bei extremen pH-Werten, zu erfüllen.

Anpassung und Kontrolle

Neben der Messung des pH-Werts ist die Fähigkeit, diesen anzupassen und zu kontrollieren, entscheidend für den erfolgreichen Anbau von Cannabis. Dazu stehen verschiedene pH-Regulatoren zur Verfügung, die je nach Bedarf den pH-Wert erhöhen oder senken können. Die Auswahl des richtigen pH-Regulators hängt von der spezifischen Anbausituation und den verwendeten Medien ab. Sorgfältig angewendet, ermöglichen diese Instrumente und chemischen Zusätze es dem Anbauer, die optimale Umgebung für das Wachstum und die Blütenentwicklung der Pflanzen zu gewährleisten.

Unabhängig von der gewählten Methode ist es wichtig, regelmäßig Messungen durchzuführen und gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass das Wachstumsmedium im idealen pH-Bereich für Cannabis bleibt. Durch die Kombination präziser Messwerkzeuge mit sorgfältiger Überwachung und Anpassung können Anbauer die bestmöglichen Bedingungen für ihre Pflanzen schaffen.

Bedeutung des pH-Werts im Boden für Cannabis

Der pH-Wert des Bodens spielt eine entscheidende Rolle für den erfolgreichen Anbau von Cannabis, da er wesentlich zur Gesundheit der Pflanzen und zur Optimierung ihres Wachstums beiträgt. Ein angemessener pH-Wert im Boden gewährleistet, dass die Cannabis-Pflanzen effizient Nährstoffe aufnehmen können, was für ihr Wachstum, ihre Blüte und ihre allgemeine Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge unerlässlich ist.

Optimaler pH-Wertbereich für Cannabis

Der optimale pH-Wert des Bodens für den Anbau von Cannabis liegt in der Regel zwischen 6,0 und 7,0. In diesem Bereich können die Wurzeln der Pflanze Nährstoffe am besten aufnehmen. Ist der pH-Wert zu niedrig (zu sauer), können bestimmte Nährstoffe, wie Eisen, Mangan und Aluminium, toxische Konzentrationen erreichen und andere wichtige Nährstoffe wie Phosphor werden weniger verfügbar. Ein zu hoher pH-Wert (zu basisch) kann ebenfalls problematisch sein, da es zu einer Bindung von wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Mangan und Bor kommt, die dann von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können.

Auswirkungen des pH-Werts auf Nährstoffverfügbarkeit

Die Verfügbarkeit von Nährstoffen im Boden wird maßgeblich durch den pH-Wert beeinflusst. Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium sowie Mikronährstoffe wie Zink und Kupfer sind in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich am besten löslich. Eine Abweichung von diesem optimalen Bereich kann dazu führen, dass diese Nährstoffe für die Cannabis-Pflanzen weniger zugänglich sind, was zu Mangelerscheinungen und beeinträchtigtem Wachstum führen kann.

Korrektur des pH-Werts im Boden

Um den pH-Wert des Bodens zu korrigieren, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Ist der Boden zu sauer, hilft die Zugabe von Kalk (Calciumcarbonat), den pH-Wert zu erhöhen. Bei einem zu basischen Boden kann die Anwendung von Schwefel oder sauren organischen Substanzen wie Torf den pH-Wert senken. Wichtig ist, den Boden vor der Anpassung gründlich zu testen und die Korrekturen schrittweise vorzunehmen, um Überkorrekturen zu vermeiden. Eine genaue Überwachung des pH-Werts und regelmäßige Bodentests tragen dazu bei, die optimale Umgebung für den Cannabis-Anbau zu erhalten.

Zusammenfassend ist der pH-Wert im Boden von zentraler Bedeutung für den Anbau von Cannabis, da er die Nährstoffverfügbarkeit direkt beeinflusst und somit über Gesundheit und Ertrag der Pflanzen mitentscheidet. Eine sorgfältige Überwachung und gegebenenfalls korrektive Maßnahmen sind unerlässlich, um ideale Wachstumsbedingungen zu schaffen und die Qualität sowie die Menge der Cannabis-Ernte zu maximieren.

pH-Wert im menschlichen Körper und seine Auswirkungen auf den Cannabis-Konsum

Der pH-Wert spielt eine entscheidende Rolle für zahlreiche Vorgänge im menschlichen Körper, darunter auch für die Verarbeitung und Wirkung von konsumiertem Cannabis. Der Körper strebt stets danach, seinen pH-Wert in einem leicht alkalischen Bereich zu halten, was etwa einem Wert von 7,4 entspricht. Diese fein abgestimmte Balance ist entscheidend für die optimale Funktion von Enzymsystemen und für ein gesundes Zellmilieu.

Einfluss des pH-Werts auf die Cannabis-Wirkung

Der pH-Wert des menschlichen Körpers kann beeinflussen, wie effektiv Cannabis und seine Wirkstoffe, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), verarbeitet werden. Ein unbalancierter pH-Wert kann die Absorption und den Metabolismus dieser Substanzen im Körper beeinträchtigen. Beispielsweise kann ein zu saurer Magen-pH den Abbau von Cannabinoiden beschleunigen, bevor sie vollständig vom Körper aufgenommen werden können, was die Effektivität von oral eingenommenem Cannabis reduzieren könnte.

Physiologische Auswirkungen und Interaktionen

Der pH-Wert beeinflusst auch die physiologische Reaktion auf Cannabis. Ein nicht optimal eingestellter pH-Wert im Körper kann die Empfindlichkeit gegenüber den Effekten von Cannabis verändern. Dies kann individuell variieren und hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter der allgemeine Gesundheitszustand, die Ernährung und der persönliche Stoffwechsel. Darüber hinaus können Cannabinoide den pH-Wert in bestimmten Geweben, wie dem Gehirn, beeinflussen, was potenziell die Reaktion des Körpers auf weitere Cannabiskonsumation moduliert.

Wichtigkeit der Balance für den Cannabis-Konsum

Die Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen pH-Werts ist somit nicht nur für die allgemeine Gesundheit wichtig, sondern auch speziell für die effektive Nutzung von Cannabis, sei es zu medizinischen oder rekreativen Zwecken. Anwender von Cannabis, besonders die, die es für therapeutische Zwecke nutzen, könnten von einem Verständnis der Zusammenhänge zwischen pH-Wert, Stoffwechsel und Cannabinoid-Absorption profitieren. Die Optimierung des eigenen pH-Werts durch eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil kann daher potenziell die Wirksamkeit von Cannabis erhöhen und zu einem besseren Gesamterfahrungsbericht führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der pH-Wert im menschlichen Körper eine wichtige Rolle für die Wirkung und Verarbeitung von Cannabis spielt. Ein Bewusstsein für die Auswirkungen des pH-Werts kann für Cannabis-Anwender von großem Nutzen sein, um die individuelle Reaktion auf den Konsum zu optimieren und das Wohlbefinden zu fördern.

Wasserqualität und pH-Wert im Zusammenhang mit Cannabis-Anbau

Die Qualität des Wassers, das zum Anbau von Cannabis verwendet wird, spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wachstum der Pflanzen. Der pH-Wert des Wassers ist ein zentraler Indikator für dessen Qualität und kann erheblichen Einfluss auf die Fähigkeit der Pflanzen haben, Nährstoffe aufzunehmen und zu verarbeiten. Ein angemessenes pH-Niveau des Wassers ist daher für einen erfolgreichen Cannabis-Anbau unerlässlich.

Bedeutung des pH-Werts im Bewässerungswasser

Das ideale pH-Niveau des Wassers für Cannabis liegt ähnlich wie bei Boden- und Hydroponiksystemen zwischen 6,0 und 7,0. Wasser, das außerhalb dieses Bereichs liegt, kann die Verfügbarkeit von Nährstoffen im Wachstumsmedium beeinträchtigen und zu Mangelerscheinungen oder toxischen Konzentrationen bestimmter Nährstoffe führen. Ein zu niedriger pH-Wert kann die Aufnahme von Makronährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium hemmen, während ein zu hoher pH-Wert die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen wie Eisen, Mangan und Zink einschränken kann.

Anpassung des pH-Werts für optimale Bedingungen

Die Anpassung des pH-Werts des Bewässerungswassers auf den optimalen Bereich ist ein kritischer Schritt im Cannabis-Anbau. Dies kann durch die Zugabe von pH-Regulierern erreicht werden, welche speziell entwickelt wurden, um den pH-Wert des Wassers zu senken oder zu erhöhen. Es ist essenziell, den pH-Wert nach jeder Anpassung genau zu messen, um sicherzustellen, dass das Wasser innerhalb des optimalen Bereichs für die Cannabis-Pflanzen liegt. Durch die regelmäßige Überprüfung und Anpassung des pH-Werts im Wasserversorgungssystem kann eine gleichbleibende Qualität und Effektivität der Bewässerung gewährleistet werden.

Langfristige Überwachung und Wartung

Für einen nachhaltigen Erfolg im Cannabis-Anbau ist es notwendig, die Wasserqualität und insbesondere den pH-Wert kontinuierlich zu überwachen. Schwankungen in der Wasserqualität können auf Veränderungen in der Wasserquelle oder im Bewässerungssystem hinweisen und bedürfen einer schnellen Anpassung, um negative Auswirkungen auf die Pflanzen zu vermeiden. Die Einrichtung eines routinemäßigen Überprüfungs- und Wartungsplans für das Bewässerungssystem trägt dazu bei, die Wasserqualität langfristig aufrechtzuerhalten und die optimale Entwicklung der Cannabis-Pflanzen zu fördern.

Durch das Verständnis und die sorgfältige Kontrolle des pH-Werts des Bewässerungswassers können Cannabis-Anbauer eine wichtige Variable in der Pflanzenpflege optimieren und damit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte schaffen. Die regelmäßige Überwachung und gegebenenfalls Anpassung des pH-Werts sind Schlüsselkomponenten für das Erreichen von Höchstleistungen im Cannabis-Anbau.

Die Rolle des pH-Werts bei der Nährstoffaufnahme der Pflanzen

Der pH-Wert im Wachstumsmedium einer Pflanze, sei es Boden oder eine hydroponische Lösung, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Fähigkeit der Pflanze, lebensnotwendige Nährstoffe aufzunehmen. Ein optimaler pH-Bereich ermöglicht es den Wurzeln, aus dem umgebenden Medium effektiv eine Vielzahl von Makro- und Mikronährstoffen zu absorbieren, die für Wachstum, Entwicklung und Gesundheit der Pflanze unerlässlich sind.

Einfluss des pH-Werts auf die Nährstoffverfügbarkeit

Die Verfügbarkeit der meisten Nährstoffe im Boden oder einer Nährlösung ist im leicht sauren bis neutralen pH-Bereich am höchsten. Viele essenzielle Nährstoffe, wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Eisen und Mangan, sind in diesem Bereich leichter löslich und können somit effektiver von den Pflanzen aufgenommen werden. Ein zu hoher oder zu niedriger pH-Wert kann dazu führen, dass diese Nährstoffe in Formen umgewandelt werden, die die Pflanzenwurzeln nicht oder nur schlecht absorbieren können, was zu Mangelerscheinungen führen kann.

Makro- und Mikronährstoffe

Makronährstoffe wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), die in größeren Mengen benötigt werden, sowie Mikronährstoffe wie Eisen (Fe), Zink (Zn) und Kupfer (Cu), die nur in Spuren benötigt werden, reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen des pH-Werts. Bei einem nicht optimalen pH-Wert können Pflanzen entweder eine Über- oder Unterversorgung mit diesen Nährstoffen erleiden. Dies kann zu diversen Symptomen wie Wachstumsstörungen, Blattverfärbungen und einer geringeren Resistenz gegenüber Krankheiten und Umweltstress führen. Ein angemessenes Gleichgewicht anzustreben, ist daher zentral für die Pflanzengesundheit.

Strategien zur Optimierung der Nährstoffaufnahme

Um eine optimale Nährstoffaufnahme zu gewährleisten, ist es wichtig, den pH-Wert der Wachstumsmedien regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Die Verwendung von pH-Regulatoren, die korrekte Auswahl des Bewässerungswassers und die Anpassung der Bodenzusammensetzung können dazu beitragen, den pH-Wert innerhalb des optimalen Bereichs zu halten. Zusätzlich kann die Anwendung von Chelatbildnern die Verfügbarkeit bestimmter Mikronährstoffe auch bei nicht idealen pH-Werten verbessern, indem sie die Nährstoffe in eine für die Pflanzen leicht aufnehmbare Form umwandeln.

Die genaue Kenntnis und Steuerung des pH-Werts in den Wachstumsmedien ist ein kritischer Aspekt im Gartenbau und speziell beim Anbau von anspruchsvollen Kulturen wie Cannabis. Durch die Aufrechterhaltung eines optimalen pH-Bereichs können Landwirte und Hobbygärtner die Nährstoffaufnahme maximieren und somit die Gesundheit, das Wachstum und letztlich den Ertrag ihrer Pflanzen optimieren.

Anpassung und Kontrolle des pH-Werts in Cannabis-Anbausystemen

Die sorgfältige Anpassung und Kontrolle des pH-Werts ist von entscheidender Bedeutung für den erfolgreichen Anbau von Cannabis, da der pH-Wert direkten Einfluss auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen und somit auf die Gesundheit und Produktivität der Pflanzen hat. Anbausysteme für Cannabis, ob im Boden oder hydroponisch, erfordern eine spezifische Herangehensweise, um den pH-Wert effektiv zu managen.

Bestimmung des AusgangspH-Werts

Der erste Schritt zur effektiven Kontrolle des pH-Werts in Cannabis-Anbausystemen ist die Bestimmung des aktuellen pH-Werts des Wachstumsmediums oder der Nährlösung. Dies kann durch den Einsatz von pH-Teststreifen, digitalen pH-Metern oder durch professionelle Bodenanalysen erfolgen. Die genaue Bestimmung bildet die Grundlage für alle darauf folgenden Schritte zur pH-Wert-Anpassung.

Anpassung des pH-Werts

Nach Ermittlung des aktuellen pH-Werts können Anpassungen vorgenommen werden, um diesen in den optimalen Bereich zu bringen. Bei zu niedrigem pH-Wert (zu sauer) kann die Zugabe von Kalk (Calciumcarbonat) oder die Verwendung basischer pH-Regulatoren empfohlen werden. Ist der pH-Wert hingegen zu hoch (zu basisch), helfen saure pH-Regulatoren, schwefelhaltige Zusätze oder organische Säuren, diesen zu senken. Speziell für hydroponische Systeme gibt es pH-Regulierungslösungen, die speziell darauf abgestimmt sind, schnelle und präzise Anpassungen zu ermöglichen.

Monitoring und fortlaufende Anpassung

Die kontinuierliche Überwachung des pH-Werts ist unerlässlich, um die idealen Bedingungen während des gesamten Anbauzyklus aufrechtzuerhalten. Der pH-Wert kann sich durch verschiedene Einflüsse, wie die Zugabe von Düngemitteln, Bewässerung und Pflanzenwachstum, verändern. Eine regelmäßige Überprüfung ermöglicht es den Anbauern, rechtzeitig korrigierende Maßnahmen vorzunehmen. Automatisierte Systeme zur pH-Wert-Kontrolle, die in manchen hydroponischen Systemen zum Einsatz kommen, können diese Aufgabe erleichtern, erfordern jedoch eine anfängliche Kalibrierung und regelmäßige Wartung, um ihre Genauigkeit zu gewährleisten.

Die gründliche Anpassung und Kontrolle des pH-Werts in Cannabis-Anbausystemen ist entscheidend für die Optimierung der Nährstoffaufnahme und somit für die Sicherstellung gesunder, kräftiger Pflanzen. Durch die Kombination von genauer Messung, gezielten Anpassungen und kontinuierlichem Monitoring können Cannabis-Züchter eine Umgebung schaffen, in der ihre Pflanzen gedeihen und ihr volles Potenzial entfalten.

pH- und pOH-Werte: Ein chemisches Gleichgewicht

Im Zentrum der Diskussion um Säuren, Basen und die Neutralität von Lösungen stehen die Größen pH und pOH, die gemeinsam ein grundlegendes chemisches Gleichgewicht in wässrigen Lösungen beschreiben. Der pH-Wert ist dabei ein Maß für die Konzentration der Hydroniumionen (H3O+) und gibt somit die Säurestärke an, während der pOH-Wert die Konzentration der Hydroxidionen (OH-) reflektiert und als Maß für die Basizität dient.

Das Verhältnis zwischen pH und pOH

In jedem wässrigen System besteht eine direkte Beziehung zwischen dem pH- und dem pOH-Wert, die mathematisch durch die Gleichung pH + pOH = 14 ausgedrückt wird. Dieses Gleichgewicht ist fundamental für das Verständnis von Säure-Base-Reaktionen und spielt eine entscheidende Rolle in zahlreichen chemischen und biologischen Prozessen. Bei einem pH-Wert von 7, was neutraler Bedingungen entspricht, liegt auch der pOH-Wert bei 7, da die Konzentrationen von H3O+ und OH- gleich sind.

Bedeutung des Gleichgewichts für chemische Reaktionen

Dieses Gleichgewicht zwischen Säure und Base beeinflusst maßgeblich das Verhalten von Stoffen in Lösung und damit den Verlauf chemischer Reaktionen. Die genaue Kenntnis des pH- und pOH-Werts einer Lösung erlaubt es Chemiker*innen und Biolog*innen, Vorhersagen über Reaktionsfähigkeit, Löslichkeit von Komponenten und mögliche Nebenprodukte zu treffen. In lebenden Organismen ermöglicht die Aufrechterhaltung eines konstanten pH-Werts, beispielsweise des Bluts, eine stabile Umgebung für essenzielle biologische Prozesse.

Anwendung in der Praxis

In der Praxis ist die Kontrolle und Anpassung von pH- und pOH-Werten in verschiedenen Bereichen von enormer Bedeutung. In der Landwirtschaft und im Gartenbau, einschließlich des Anbaus von Cannabis, ermöglicht das Verständnis dieser Größen eine gezielte Steuerung der Bodenbeschaffenheit und der Nährstofflösungen, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Ebenso spielt das pH-/pOH-Gleichgewicht in der Industrie, etwa bei der Abwasserbehandlung oder der Herstellung von Pharmazeutika, eine zentrale Rolle, da viele Verfahren spezifische pH-Bedingungen erfordern, um effektiv und sicher ablaufen zu können.

Durch die genaue Bestimmung und gezielte Anpassung des pH- und pOH-Werts können sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis Bedingungen geschaffen werden, die für die jeweiligen Prozesse und Organismen optimal sind. So bildet das Verständnis dieses chemischen Gleichgewichts die Grundlage für zahlreiche Anwendungen in Forschung, Industrie und Landwirtschaft.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.