Lollipopping

Lollipopping

Veröffentlicht: 11.05.2024
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

Lollipopping in der Cannabiszucht

Lollipopping ist eine spezielle Form der Beschnitttechnik, die in der Cannabiszucht angewendet wird, um das Wachstum der Pflanzen zu kontrollieren und deren Ertrag zu maximieren. Diese Methode konzentriert die Energie der Pflanze auf die Entwicklung von Blüten an strategisch wichtigen Stellen, indem untere Zweige und Blätter entfernt werden. Dies hat mehrere Vorteile: Es verbessert die Luftzirkulation um die Pflanze herum, erhöht die Lichtexposition der oberen Blüten und verhindert die Bildung eines dichten Blattwerks, das das Licht von tiefer gelegenen Blüten abhalten könnte.

Grundprinzipien des Lollipoppings

Lollipopping wird durchgeführt, bevor die Pflanze in die Blütephase eintritt. Dabei werden in der Regel alle offensichtlichen Blätter und Äste im unteren und mittleren Bereich der Pflanze entfernt, so dass jeder Ast auf nicht mehr als drei Knotenpunkte von der Spitze her beschnitten wird. Dieser Vorgang fördert, dass die Pflanze ihre Ressourcen auf die oberen, lichtreicheren Bereiche konzentriert, wo sich qualitativ hochwertige Blüten entwickeln können.

Kombination mit anderen Methoden

Zusätzlich kann das Lollipopping mit anderen Trainingstechniken wie Scrogging (Screen of Green) und Main-Lining kombiniert werden, um den Ertrag und die Qualität der Cannabisblüten weiter zu verbessern. Diese Methoden zielen darauf ab, die Pflanze zu einer gleichmäßigeren Lichtverteilung zu ermutigen und eine optimale Wachstumsstruktur zu erzeugen.

Pflege nach dem Lollipopping

Nach dem Beschnitt sollte den Pflanzen eine kurze Erholungsphase gewährt werden, bevor die Beleuchtung verändert wird, um ihnen die Anpassung an die neue Wachstumsstruktur zu erleichtern. Ein sorgfältiger Umgang mit den Pflanzen in dieser Phase trägt dazu bei, Stress zu minimieren und die Gesundheit der Pflanze zu erhalten. Zudem bietet das beim Lollipopping entfernte Pflanzenmaterial die Möglichkeit zur Klonbildung. Hierbei ist die Verwendung eines geeigneten Klonierungsgels entscheidend für die erfolgreiche Wurzelbildung.

Zu beachten ist, dass die Effizienz der Beleuchtung in der Indoor-Zucht von Cannabis begrenzt ist und das Lollipopping besonders in diesen Szenarien dazu beiträgt, die Energie auf die Entwicklung der obersten Knospen zu konzentrieren und deren Qualität zu verbessern. Speziell in ScrOG-Anordnungen, die eine flache Pflanzendecke erzeugen, ist Lollipopping hilfreich, da alles unterhalb des Netzes vom Licht abgeschattet wird und somit nicht zur Blütenbildung beiträgt. Im Gegensatz dazu ist Lollipopping bei Außenpflanzen meist nicht notwendig, da das Sonnenlicht die Pflanze auf natürliche Weise erreicht und beleuchtet.

Da der optimale Zeitpunkt für Lollipopping kurz vor dem Wechsel zum 12/12-Lichtzyklus bei photoperiodischen Strains und einmal, wenn die ersten Pistillen bei autoflowering Strains erscheinen, liegt, ist ein fundiertes Verständnis der Pflanzenphysiologie erforderlich. Die Praxis zeigt, dass ein vergleichender Ansatz, bei dem verschiedene Lollipopping-Grade an unterschiedlichen Pflanzen ausprobiert und die Ergebnisse während der Erntezeit verglichen werden, hilfreich sein kann, um die Methode zu verfeinern und anzupassen.

Die Genetik der Pflanze spielt eine wesentliche Rolle für die Reaktion auf das Lollipopping. Hochwertige Samen von renommierten Züchtern zu verwenden, minimiert das Risiko negativer Auswirkungen und gewährleistet, dass die volle Potenzialentfaltung der Pflanze durch den Beschnitt unterstützt wird. Sterilisierte Werkzeuge und saubere Schnitte sind ebenso wichtig, um Infektionen zu vermeiden und eine schnelle Erholung der Pflanze zu fördern.

Vorteile des Lollipoppings für Pflanzen

Das Lollipopping stellt eine effektive Methode dar, um die Energieeffizienz von Cannabis-Pflanzen zu steigern und gleichzeitig das Risiko von Pflanzenkrankheiten zu minimieren. Indem gezielt die unteren Zweige und Blätter entfernt werden, die wenig bis gar kein Licht erhalten, kann die Pflanze ihre Ressourcen besser auf die oberen Bereiche konzentrieren, die für die Produktion von Blüten entscheidend sind. Dies führt zu einer Steigerung der Blütenqualität und damit potenziell auch des Ertrags.

Verbesserung der Lichtexposition und Energieeffizienz

Durch das Wegnehmen der unteren Pflanzenteile, die weniger Licht abbekommen, ermöglicht Lollipopping, dass mehr Licht und Energie auf die oberen Blütenstände gerichtet wird. Dies ist besonders unter Indoor-Anbaubedingungen vorteilhaft, wo die Lichtverteilung begrenzt ist und jede verfügbare Lichtmenge optimal genutzt werden sollte, um die Qualität und Dichte der Blüten zu maximieren.

Förderung der Luftzirkulation und Krankheitsprävention

Ein weiterer wichtiger Vorteil dieser Methode ist die Verbesserung der Luftzirkulation rund um und innerhalb der Pflanzenstruktur. Dichte Blattwerke und verästelte Strukturen im unteren Bereich der Pflanze begünstigen die Ansammlung von Feuchtigkeit und fördern so die Entwicklung von Schimmel und Pilzen. Durch Lollipopping wird dieses Risiko reduziert, was zu gesünderen Pflanzen und einem sichereren Anbauumfeld führt. Zusätzlich wird es Schädlingen erschwert, sich ungehindert auszubreiten, da sie durch die verbesserte Luftzirkulation weniger Versteck- und Brutplätze finden.

Optimale Nutzung der Ressourcen

Lollipopping trägt dazu bei, dass Cannabis-Pflanzen ihre verfügbaren Ressourcen, wie Wasser und Nährstoffe, effektiver nutzen können. Statt Ressourcen in die Entwicklung von Blättern und Zweigen zu stecken, die aufgrund mangelnder Lichtexposition ohnehin keine hochwertigen Blüten produzieren würden, wird die Energie der Pflanze auf die Entwicklung kräftiger, produktiver Blütenstände im oberen Bereich fokussiert. Dies unterstützt nicht nur die Gesundheit und Vitalität der Pflanze, sondern kann auch die Erntemenge und -qualität erheblich steigern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lollipopping eine Technik mit zahlreichen Vorteilen für die Cannabiszucht ist. Es optimiert nicht nur die Lichtausnutzung und fördert eine effizientere Nutzung von Ressourcen, sondern trägt auch maßgeblich zur Gesundheit der Pflanzen bei, indem es die Luftzirkulation verbessert und die Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten verringert. Durch die Kombination dieser positiven Effekte stellt Lollipopping eine wichtige Strategie dar, um die Qualität und den Ertrag von Cannabis-Kulturen zu maximieren.

Richtige Durchführung und Zeitpunkt des Lollipoppings

Die Durchführung des Lollippings erfordert Aufmerksamkeit und Sorgfalt, um sicherzustellen, dass die Cannabis-Pflanzen optimal von diesem Schnitt profitieren. Dies beginnt mit der Auswahl des richtigen Zeitpunkts für den Beschnitt, welcher entscheidend ist, um die positiven Effekte des Lollippings voll ausschöpfen zu können.

Optimaler Zeitpunkt für das Lollipping

Der ideale Zeitpunkt für das Lollipping liegt kurz bevor die Pflanze in die Blütephase eintritt. Bei photoperiodischen Strains empfiehlt es sich, kurz vor der Umstellung auf den 12/12-Lichtzyklus mit dem Beschnitt zu beginnen. Bei autoflowering Strains ist der Beginn des Lollippings angezeigt, sobald die ersten Pistillen sichtbar werden. Dieser Zeitpunkt ist kritisch, da die Pflanze noch nicht mit der intensiven Blütenproduktion begonnen hat und somit die Energie effizient auf die oberen Blütenteile fokussieren kann.

Die korrekte Methode des Lollippings

Für die Durchführung des Lollippings sollten sterile Werkzeuge verwendet werden, um saubere Schnitte zu gewährleisten und Infektionen zu vermeiden. Es beginnt mit dem Entfernen offensichtlicher Blätter und Äste im unteren und mittleren Bereich der Pflanze. Dabei wird generell angestrebt, dass jeder Ast nicht mehr als drei Knotenpunkte von der Spitze behält. Wichtig ist, mit Fingerspitzengefühl vorzugehen und die Pflanze nicht zu stark zu beschneiden, da dies ihr Wachstum und ihre Entwicklung negativ beeinflussen könnte.

Das entfernte Pflanzenmaterial muss nicht verschwendet werden. Es eignet sich zum Beispiel für die Klonbildung, wobei die Verwendung eines geeigneten Klonierungsgels für eine erfolgreiche Wurzelbildung sorgt. Dies unterstreicht die Bedeutung, den Prozess nicht nur als Beschnitt, sondern auch als Möglichkeit zu sehen, neues Pflanzenmaterial für zukünftige Zuchterfolge zu gewinnen.

Nach dem Lollipping: Pflege und Beobachtung

Nach dem Lollipping ist es essentiell, den Pflanzen Zeit zur Erholung zu geben, bevor Änderungen an der Beleuchtung oder anderen Wachstumsbedingungen vorgenommen werden. Eine kurzzeitige Erholungsphase unterstützt die Pflanzen dabei, den Stress des Beschnitts zu überwinden und sich auf die bevorstehende Blütephase einzustellen. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, die Pflanzen sorgfältig zu beobachten, um sicherzustellen, dass sie den Beschnitt gut vertragen und sich positiv entwickeln.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Lollipping eine bedeutende Technik ist, die, richtig angewandt, das Potenzial hat, den Ertrag und die Qualität der Cannabisblüten signifikant zu steigern. Die Beachtung des optimalen Zeitpunkts sowie die sorgfältige und überlegte Durchführung sind dabei Schlüsselfaktoren, die über den Erfolg dieser Methode entscheiden. Ebenso spielt die nachfolgende Pflege eine wesentliche Rolle, um die Cannabis-Pflanzen in ihrer Erholungsphase optimal zu unterstützen und auf eine erfolgreiche Blütephase vorzubereiten.

Kombination von Lollipopping mit anderen Trainingstechniken

Das Lollipopping, als eigenständige Methode zur Optimierung der Cannabiszucht, kann effektiv mit anderen Trainingstechniken kombiniert werden, um die Pflanzenstruktur weiter zu verbessern und den Ertrag zu maximieren. Diese integrative Herangehensweise ermöglicht es, die Vorteile verschiedener Methoden zu nutzen und so die Wachstumsbedingungen und die Blütenproduktion optimal zu gestalten.

Integration mit Scrogging

Eine beliebte Methode, die oft mit Lollipopping kombiniert wird, ist das Scrogging (Screen of Green). Hierbei wird ein Netz oder Gitter über die Pflanzen gespannt, um die Wachstumsrichtung zu kontrollieren und eine gleichmäßige Lichtverteilung über alle Blüten zu gewährleisten. Das Lollipopping bereitet die Pflanzen ideal auf das Scrogging vor, indem es das Wachstum der unteren Äste reduziert und somit die Konzentration der Pflanzenenergie auf die oberen Teile verbessert. Dadurch können die Pflanzen besser auf die Anforderungen des Scroggings eingehen, da die oberen Bereiche verstärkt wachsen und sich durch das Netz ausbreiten können.

Verbindung mit Main-Lining

Ein weiterer Ansatz, der gut mit Lollipopping harmoniert, ist das Main-Lining. Diese Technik zielt darauf ab, die Pflanze so zu trainieren, dass sie mehrere Hauptstämme entwickelt. Dies führt zu einer einheitlichen Höhe und einer gleichmäßigen Verteilung der Blüten. Durch das vorherige Entfernen der unteren Äste und Blätter durch Lollipopping wird sichergestellt, dass die Pflanze ihre Ressourcen effizient auf die neu entwickelten Hauptstämme konzentrieren kann. Dies fördert ein starkes Wachstum der Hauptstämme, unterstützt eine effiziente Nährstoffnutzung und kann zu einer deutlichen Ertragssteigerung führen.

Beide Methoden, Scrogging und Main-Lining, erfordern eine sorgfältige Planung und Durchführung. Lollipopping dient dabei als wichtige vorbereitende Maßnahme, die das Potenzial dieser Techniken voll ausschöpfen lässt, indem es die Pflanze auf die bevorstehenden Trainingsschritte optimal einstellt. Um den größten Nutzen aus der Kombination dieser Techniken zu ziehen, sollte man verschiedene Grade des Lollippings an unterschiedlichen Pflanzen ausprobieren und die Ergebnisse evaluieren, um die beste Strategie für die jeweiligen Pflanzen und Anbaubedingungen zu finden.

Indem Gärtner das Lollipopping mit Scrogging oder Main-Lining kombinieren, können sie eine Pflanzenstruktur schaffen, die nicht nur für maximale Erträge, sondern auch für eine verbesserte Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen sorgt. Dies zeigt das große Synergiepotenzial von Lollipopping mit anderen Trainingstechniken und unterstreicht die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes in der Cannabiszucht.

Bedeutung steriler Werkzeuge und sauberer Schnitte

Bei der Durchführung des Lollippings und anderer Beschnitttechniken in der Cannabiszucht ist die Verwendung steriler Werkzeuge und das Anfertigen sauberer Schnitte von entscheidender Bedeutung. Diese Praktiken minimieren das Risiko von Infektionen und Krankheiten, die durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze verursacht werden, und fördern eine schnelle und gesunde Erholung der Pflanze nach dem Schnitt.

Warum sterilisiertes Werkzeug wichtig ist

Der Einsatz steriler Werkzeuge verhindert, dass Schadorganismen in die Schnittstellen der Pflanze eindringen können. Jede Schnittstelle ist eine potenzielle Eintrittspforte für Krankheitserreger, die die Pflanze schwächen und das Wachstum sowie die Blütenproduktion negativ beeinflussen können. Daher ist es unerlässlich, vor dem Beschnitt die Werkzeuge, wie Scheren oder Klingen, zu desinfizieren. Dies kann durch einfache Methoden wie den Gebrauch von Alkohol oder speziellen Desinfektionsmitteln für Gartenwerkzeuge erfolgen. Der zusätzliche Schritt der Sterilisation schützt nicht nur die einzelne Pflanze, sondern kann auch die Ausbreitung von Krankheiten innerhalb des gesamten Anbaubereichs verhindern.

Die Bedeutung sauberer Schnitte

Saubere und präzise Schnitte fördern eine schnelle Heilung der Schnittwunden an der Cannabispflanze. Unsachgemäß ausgeführte, ausgefranste oder zerrissene Schnitte können die Pflanze zusätzlich stressen und die Heilungszeit verlängern. Zudem bieten sie Krankheitserregern eine größere Angriffsfläche. Um einen sauberen Schnitt zu gewährleisten, sollten die Werkzeuge scharf sein und der Schnitt selbst sollte mit Bedacht und so nahe wie möglich am Stamm oder am nächsten Knotenpunkt durchgeführt werden. Dies vermeidet überflüssige Beschädigungen und ermöglicht es der Pflanze, ihre Ressourcen effizient auf die Heilung des Schnitts und das weitere Wachstum zu konzentrieren.

Die Kombination von Sterilisierung und Sorgfalt beim Schneiden stellt somit eine grundlegende Praxis in der Cannabispflege dar, die wesentlich zur Gesundheit und zum Erfolg der Pflanzenzucht beiträgt. Gärtner, die diese Prinzipien beherzigen, können sich über robustere Pflanzen freuen, die weniger anfällig für Krankheiten sind und ein optimales Wachstum sowie eine reiche Ernte versprechen.

Erholungsphase und Pflege nach dem Lollipopping

Nach dem Lollipopping beginnt für die Cannabis-Pflanzen eine wichtige Erholungsphase, die mit bedachter Pflege und Aufmerksamkeit begleitet werden sollte. In dieser Zeitspanne ist es entscheidend, optimale Bedingungen zu schaffen, damit die Pflanzen die durch den Beschnitt entstandenen Stress überwinden und sich vollständig regenerieren können. Dies beinhaltet die Anpassung von Bewässerung, Nährstoffzufuhr und Beleuchtung, um die Gesundheit und das Wachstum der Pflanzen zu fördern.

Anpassung der Bewässerung

Unmittelbar nach dem Beschnitt kann der Wasserbedarf der Pflanzen temporär abnehmen, da weniger Blattmasse vorhanden ist, die Feuchtigkeit verdunsten kann. Es ist wichtig, die Bewässerung dementsprechend anzupassen, um eine Überwässerung zu vermeiden, die zu Wurzelfäule oder anderen Wasserstress-Symptomen führen könnte. Eine sorgfältige Beobachtung der Pflanzen und ihres Substrats hilft dabei, den richtigen Bewässerungszeitpunkt zu bestimmen.

Optimierung der Nährstoffzufuhr

In der Erholungsphase kann die gezielte Anpassung der Nährstoffzufuhr entscheidend für eine schnelle Regeneration sein. Eine leicht erhöhte Gabe von Stickstoff kann beispielsweise das Blattwachstum fördern, während Kalium das Wurzelwachstum und die allgemeine Widerstandsfähigkeit der Pflanze unterstützt. Es ist jedoch Vorsicht geboten, um eine Überdüngung zu vermeiden, da die Pflanzen in diesem Zustand empfindlicher auf Nährstoffungleichgewichte reagieren können.

Beleuchtungsmanagement

Die Beleuchtung spielt eine zentrale Rolle in der Erholungsphase nach dem Lollipopping. Da die Pflanzen Energie benötigen, um die Schnittwunden zu heilen und neues Wachstum zu fördern, ist eine ausreichende Lichtversorgung unerlässlich. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die Intensität nicht zu stark erhöht wird, um eine zusätzliche Belastung zu vermeiden. Die Beibehaltung eines stabilen Lichtzyklus unterstützt dabei, den Pflanzen ein gesundes Umfeld für die Regeneration zu bieten.

Indem diesen Richtlinien folgend, geben Gärtner ihren Cannabis-Pflanzen die erforderliche Unterstützung, um sich von dem Eingriff des Lollippings zu erholen. Eine aufmerksame Pflege während dieser Phase trägt maßgeblich dazu bei, dass die Pflanzen wieder vollständig erstarken und ihr Wachstums- sowie Blütenproduktionspotenzial maximieren können. Es zeigt sich, dass die Erholungsphase und Pflege nach dem Lollipopping ebenso wichtig sind wie die Durchführung der Beschnitttechnik selbst.

Einsatzmöglichkeiten des beschnittenen Pflanzenmaterials

Das bei dem Lollipopping entfernte Pflanzenmaterial stellt keine bloße Abfallproduktion dar, sondern bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Eine bedachte Verwertung dieser Ressourcen kann zusätzliche Vorteile für den Gärtner bringen und den Gesamtprozess der Cannabiszucht nachhaltiger gestalten.

Cloning und Genetikerhalt

Eine der wertvollsten Anwendungen für das beschnittene Pflanzenmaterial ist die Klonierung. Junge Triebe und gesunde Blätter können dazu verwendet werden, neue Pflanzen mit identischen genetischen Eigenschaften zu züchten. Dies ist besonders für Sorten von Interesse, die sich durch besondere Aromen, Potenz oder Wachstumseigenschaften auszeichnen. Um erfolgreiche Klone zu gewinnen, ist es wichtig, die Schnitte sachgemäß vorzubereiten und sie direkt in ein geeignetes Wachstumsmedium mit Cloning-Gel einzusetzen, das die Wurzelbildung fördert.

Herstellung von kompostierbarem Abfall

Nicht alles beschnittene Material eignet sich für die Klonierung, doch dies bedeutet nicht, dass es verschwendet werden muss. Blätter und Stängel können kompostiert werden und bieten eine hervorragende Möglichkeit, den organischen Abfall der Cannabiszucht zur Bildung von reichhaltigem Kompost zu nutzen. Dieser Kompost kann wiederum verwendet werden, um die Bodenqualität in zukünftigen Anbauzyklen zu verbessern, was zu gesünderen Pflanzen und einem erhöhten Ertrag führen kann.

Gewinnung von Cannabinoiden und Terpenen

Obwohl das bei der Lollipopping-Technik entfernte Pflanzenmaterial meist nicht die Hauptquelle für Cannabinoide oder Terpene darstellt, kann es dennoch eine beachtliche Menge dieser wertvollen Verbindungen enthalten. Verfahren wie die Extraktion können genutzt werden, um aus den Blättern und kleinen Trieben Öle, Tinkturen oder andere konzentrierte Produkte herzustellen. Diese können sowohl für therapeutische Zwecke als auch zur Herstellung von Edibles oder topischen Anwendungen verwendet werden. Solch ein Ansatz maximiert die Nutzung jeder Pflanzenteil und fördert einen ressourceneffizienten Anbau.

Die kreative und nachhaltige Verwendung des durch Lollipopping gewonnenen Pflanzenmaterials verdeutlicht, wie integraler Bestandteil des Anbauprozesses es sein kann. Von der Klonierung zur Erhaltung wertvoller Genetik über die Kompostierung zur Bodenverbesserung bis hin zur Gewinnung wertvoller Pflanzenstoffe zeigt sich die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten, die zur Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit der Cannabiszucht beitragen können.

Einfluss der Pflanzengenetik auf die Reaktion beim Lollipopping

Die Genetik der Cannabis-Pflanzen spielt eine entscheidende Rolle für die Reaktion auf das Lollipopping. Unterschiedliche Sorten weisen variierende Wachstumsmuster, Blütezeiten und Resilienz gegenüber Stressfaktoren auf, was bedeutet, dass nicht alle Sorten in gleicher Weise auf dieses Beschnittverfahren reagieren. Die Auswahl hochwertiger Genetik von renommierten Züchtern ist daher von großer Bedeutung, um die positiven Effekte des Lollippings optimal nutzen zu können.

Anpassungsfähigkeit an Beschnittmethoden

Einige Cannabis-Sorten zeigen sich besonders anpassungsfähig an das Lollipopping und andere Formen des Beschnitts, was sich in einem verstärkten Wachstum der oberen Blütenstände und einer verbesserten Gesamtentwicklung der Pflanze äußert. Diese Sorten neigen dazu, eine robuste Struktur mit flexiblen Ästen zu haben, die den Stress des Beschnitts gut verkraften und schnell regenerieren können. Die Fähigkeit einer Sorte, nach dem Beschnitt energetisch und gesund nachzuwachsen, ist ein direktes Ergebnis ihrer genetischen Prädisposition.

Bedeutung der Genetik für die Ertragsmaximierung

Die Genetik bestimmt auch, inwieweit eine Pflanze von der durch das Lollipopping verbesserten Licht- und Luftzirkulation profitieren kann. Sorten, die genetisch darauf ausgelegt sind, dichte und kompakte Blüten zu produzieren, profitieren in erhöhtem Maße von der effizienteren Lichtnutzung und der verringerten Anfälligkeit für Schimmel und andere Pathogene. Die Wahl der richtigen Sorte in Kombination mit einer durchdachten Anwendung des Lollippings kann somit signifikant zur Ertragssteigerung beitragen.

Experimentieren zur Optimierung der Technik

Angesichts der Vielfalt der verfügbaren Genetik ist das Experimentieren mit verschiedenen Sorten und Lollipopping-Intensitäten ein wertvoller Ansatz, um die besten Praktiken für spezifische Sorten herauszufinden. Gärtner können durch Vergleich der Reaktion unterschiedlicher Genetiken auf das Lollipopping wertvolle Einsichten gewinnen und ihre Techniken entsprechend anpassen. Dies hilft nicht nur, potenzielle negative Effekte zu minimieren, sondern auch, die individuellen Bedürfnisse jeder Pflanze besser zu verstehen und zu erfüllen.

Die genetische Zusammensetzung einer Cannabis-Pflanze ist somit ein fundamentaler Faktor, der bei der Anwendung von Lollipopping und anderen Beschnitttechniken berücksichtigt werden muss. Hochwertige Samen und Klone von vertrauenswürdigen Züchtern bieten die beste Grundlage für ein erfolgreiches Wachstum und optimale Ergebnisse beim Lollipopping, indem sie die natürliche Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Pflanzen maximieren.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.