Lichtzyklus beim Anbau (Light Cycle)

Lichtzyklus beim Anbau (Light Cycle)

Veröffentlicht: 11.05.2024
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

Lichtzyklus Grundlagen für Cannabis

Der Lichtzyklus ist ein essenzieller Aspekt beim Anbau von Cannabis, da er direkten Einfluss auf die Photosynthese und somit auf das Wachstum und die Blüte der Pflanze hat. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Photoperiode und Autoflowering Cannabis. Photoperiodische Cannabis-Pflanzen reagieren auf die Länge der Lichtperioden, um in die Blütephase einzutreten, während Autoflowering Pflanzen unabhängig vom Lichtzyklus blühen.

Photoperiodisches Cannabis vs. Autoflowering

Für photoperiodische Cannabis-Pflanzen ist der gängigste Lichtzyklus während der vegetativen Phase 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6). Diese Phase dient dem Wachstum der Pflanze vor der Blüte. Um die Blütephase einzuleiten, wird der Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umgestellt. Diese Veränderung signalisiert den Pflanzen, dass es Zeit ist, in die Blütephase überzugehen.

Im Gegensatz dazu sind Autoflowering Cannabis-Pflanzen dank ihrer Genetik nicht von einem Wechsel im Lichtzyklus abhängig, um die Blütephase zu beginnen. Sie können unter fast jedem Lichtzyklus, einschließlich 18/6, 20/4 oder sogar 24/0 (kontinuierliches Licht), wachsen und blühen. Das macht sie besonders beliebt bei Anbauern, die eine einfache und effiziente Anbaumethode bevorzugen.

Einfluss des Lichtzyklus auf das Wachstum

Der Lichtzyklus beeinflusst nicht nur den Übergang von der vegetativen Phase zur Blütephase, sondern auch das allgemeine Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen. In der vegetativen Phase fördert ein längerer Lichtzyklus, wie 18/6, die Photosyntheseaktivität und somit das Wachstum der Pflanze. Ein optimierter Lichtzyklus unterstützt die Entwicklung starker Stämme und gesunder Blätter.

In der Blütephase kann eine Anpassung des Lichtzyklus auf 12/12 dazu führen, dass die Pflanzen ihre Energie eher auf die Produktion von Blüten als auf das Wachstum neuer Blätter konzentrieren. Für Autoflowering-Pflanzen, die nicht auf die Veränderung des Lichtzyklus reagieren, spielt die durchgehende Bereitstellung von Licht eine entscheidende Rolle, um ein kontinuierliches Wachstum und eine robuste Blüte zu gewährleisten.

Lichtspektrum und Photoperiode

Das Lichtspektrum während der verschiedenen Phasen des Anbaus zu variieren, kann ebenfalls vorteilhaft sein. Während der vegetativen Phase bevorzugen Cannabis-Pflanzen ein blau-violettes Lichtspektrum, welches typischerweise durch Leuchten mit etwa 6500 Kelvin bereitgestellt wird. Dieses Spektrum fördert die Entwicklung robusten Laubs und starker Stämme.

In der Blütephase profitieren die Pflanzen dagegen von einem roten Lichtspektrum (um 2700 Kelvin), das die Blütenbildung anregt. Diese Anpassung des Lichtspektrums in Kombination mit dem richtigen Lichtzyklus kann die Erntequantität sowie die Qualität der Cannabisblüten signifikant verbessern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Lichtzyklus und das Lichtspektrum zentrale Elemente im Cannabis-Anbau darstellen. Sie müssen sorgfältig ausgewählt und angepasst werden, um den Pflanzen die besten Wachstumsbedingungen zu bieten. Die Wahl zwischen Autoflowering und photoperiodischen Cannabis-Sorten sowie die Berücksichtigung ihrer spezifischen Anforderungen an den Lichtzyklus können den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer außergewöhnlichen Ernte ausmachen.

Lichtspektrum und dessen Wirkung auf Cannabis

Das Lichtspektrum spielt eine entscheidende Rolle im Lebenszyklus von Cannabis. Es beeinflusst direkt die Photosynthese und damit das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze. Unterschiedliche Farben im Lichtspektrum haben unterschiedliche Auswirkungen auf Cannabis, die von der Anregung des Wachstums bis hin zur Verstärkung der Blütenbildung reichen. Die Auswahl des richtigen Lichtspektrums ist daher für jeden Züchter essentiell, um optimale Erträge und Blütenqualität zu erreichen.

Blau-violettes Licht für die vegetative Phase

In der vegetativen Wachstumsphase bevorzugt Cannabis mehr blaues Licht (etwa 6500K), das zu einem kräftigen Wuchs von Blättern und Stängeln führt. Dieser Bereich des Lichtspektrums fördert die Chlorophyllproduktion und optimiert die Photosynthese, was essentiell für ein gesundes Wachstum und die Entwicklung der Pflanzenstruktur ist. Züchter, die ihre Pflanzen in dieser Phase mit einem blau-violetten Lichtspektrum versorgen, können mit kräftigeren und widerstandsfähigeren Pflanzen rechnen.

Rotes Licht zur Blütenförderung

Während der Blütephase hingegen ist ein rotes Lichtspektrum (um 2700K) von Vorteil. Rotes Licht fördert die Blütenentwicklung und kann zu einer erhöhten Produktion von Cannabisblüten führen. Dieser Lichtbereich imitiert den Herbst, die natürliche Blütezeit für Cannabis in der freien Natur, und signalisiert der Pflanze, dass die Zeit zum Blühen gekommen ist. Die Anpassung an ein röteres Lichtspektrum in dieser Phase kann die Qualität und Menge der Ernte signifikant verbessern.

Zusätzliche Farbspektren und deren Einfluss

Neben Blau und Rot gibt es weitere Farben im Lichtspektrum, die spezifische Auswirkungen auf Cannabis haben können. Gelbes Licht soll die Nervenstärke der Pflanzen begünstigen, während grünes Licht trotz seiner geringeren Absorption durch Cannabisblätter zur allgemeinen Gesundheit der Pflanze beitragen kann. Experimente mit unterschiedlichen Lichtspektren können dazu führen, dass Züchter das volle Potenzial ihrer Pflanzen entfalten.

LED-Leuchtmittel sind aufgrund ihrer Fähigkeit, spezifische Farbspektren für verschiedene Wachstumsphasen anzubieten, besonders beliebt geworden. Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, das blaue und rote Lichtspektrum genau zu steuern, sondern auch andere Farben entsprechend den spezifischen Bedürfnissen der Cannabis-Pflanzen einzusetzen. Dadurch können Züchter den gesamten Anbauzyklus über optimale Bedingungen schaffen.

Die Wahl des richtigen Lichtspektrums hat somit direkte Auswirkungen auf die Effizienz der Photosynthese, das Wachstum, die Blütenentwicklung und letztlich die Qualität und Quantität der Endprodukte. Ein fundiertes Verständnis der verschiedenen Lichtspektren und ihrer Auswirkungen auf Cannabis ermöglicht es Züchtern, ihre Anbaustrategien zu verfeinern und das Potenzial ihrer Pflanzen voll auszuschöpfen.

Autoflowering Cannabis und Lichtzyklen

Autoflowering Cannabis stellt eine besondere Kategorie in der Zucht dar. Diese Pflanzen sind bekannt für ihre Fähigkeit, unabhängig vom Lichtzyklus in die Blüte zu gehen. Dieses Charakteristikum macht sie zu einer attraktiven Option für Züchter, die nach einer weniger aufwendigen Beleuchtungsstrategie suchen und dabei trotzdem hochwertige Ergebnisse erzielen möchten. Die Genetik dieser Pflanzen vereint Eigenschaften der Cannabisruderalis mit denen der Indica- oder Sativa-Stämme, wodurch sie ihre autoflowering Eigenschaften erhalten.

Lichtzyklen bei Autoflowering Cannabis

Im Gegensatz zu photoperiodischen Cannabis-Sorten, die einen Wechsel des Lichtzyklus von 18/6 (Licht/Dunkelheit) in der vegetativen Phase zu 12/12 in der Blütephase benötigen, können Autoflowering Sorten kontinuierlich unter einem gleichbleibenden Lichtzyklus angebaut werden. Beliebte Konfigurationen für den Anbau von Autoflowering Cannabis sind 24/0, 20/4 oder 18/6. Diese Flexibilität im Lichtzyklus reduziert den Aufwand für den Züchter und ermöglicht es den Pflanzen, unabhängig von äußeren Bedingungen zu blühen.

Optimale Lichtbedingungen für Autoflowering Sorten

Obwohl Autoflowering Cannabis theoretisch unter nahezu jedem Lichtzyklus blühen kann, zeigt die Erfahrung, dass bestimmte Lichtkonstellationen förderlicher sind als andere. Ein Zyklus von 20 Stunden Licht und 4 Stunden Dunkelheit (20/4) oder durchgehendes Licht (24/0) bieten optimale Bedingungen für das Wachstum. Die kontinuierliche Beleuchtung maximiert die Photosynthese und fördert ein schnelles Wachstum sowie eine effiziente Blütenbildung. Einige Züchter bevorzugen jedoch einen leichten Dunkelzyklus (z.B. 18/6), um den Pflanzen eine Ruhephase zu gönnen und potenziell die Harzproduktion zu steigern.

Beleuchtungsoptionen und -strategien

Die Wahl der Beleuchtung spielt auch bei der Zucht von Autoflowering Cannabis eine wichtige Rolle. LED-Paneele sind aufgrund ihrer Effizienz, Langlebigkeit und der Fähigkeit, ein breites Spektrum abzudecken, besonders beliebt. CFL (Kompaktleuchtstofflampen) und HID (High-Intensity Discharge) Lampen werden ebenfalls verwendet, wobei LED-Lampen wegen ihrer Energieeffizienz und niedrigeren Betriebstemperaturen oft bevorzugt werden. Unabhängig vom gewählten Lichtzyklus benötigen Autoflowering Pflanzen eine ausreichende Menge an direktem Licht, um ihre volle Potenzial zu erreichen, was mindestens 12 Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag entspricht, wenn sie im Freien angebaut werden.

Durch die Auswahl geeigneter Lichtzyklen und -spektren für Autoflowering Cannabis können Züchter den Anbau vereinfachen und gleichzeitig hochwertige Pflanzen produzieren. Die Autonomie dieser Pflanzen in Bezug auf den Blütezyklus bietet eine interessante Alternative zu herkömmlichen Anbaumethoden und öffnet neue Möglichkeiten für Anbauumgebungen mit begrenztem Lichtzugang oder für Züchter, die den Prozess so einfach wie möglich halten wollen.

Empfohlene Lichtzyklen für verschiedene Wachstumsphasen

Die richtige Auswahl des Lichtzyklus ist entscheidend für das optimale Wachstum und die Blütenproduktion von Cannabis. Jede Wachstumsphase der Pflanze hat spezifische Lichtbedürfnisse, die erfüllt werden müssen, um die Gesundheit der Pflanzen zu fördern und den Ertrag zu maximieren. Hierbei unterscheidet man hauptsächlich zwischen der vegetativen Phase und der Blütephase, für die verschiedene Lichtzyklen empfohlen werden.

Vegetative Phase

Während der vegetativen Phase benötigen Cannabis-Pflanzen viel Licht, um ein starkes Wachstum von Stängeln und Blättern zu fördern. Der am häufigsten empfohlene Lichtzyklus für diese Phase ist 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6). Diese Konfiguration simuliert den langen Tag des Sommers und maximiert die Photosyntheseaktivität, was zu einem kräftigen Wachstum führt. Für Züchter, die eine noch intensivere vegetative Entwicklung anstreben, können auch Lichtzyklen von 20/4 oder sogar 24/0 in Betracht gezogen werden, allerdings ist zu beachten, dass einige Pflanzen von einer kurzen Dunkelperiode profitieren können, um Stress abzubauen und ihre Atmungsprozesse zu regulieren.

Blütephase

Um Cannabis-Pflanzen in die Blütephase zu bringen, ist es notwendig, den Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umzustellen. Dieser Zyklus imitiert den kürzer werdenden Tag des Spätsommers und Frühherbsts und signalisiert den Pflanzen, dass es Zeit ist, Blüten zu entwickeln. Dieser Lichtzyklus sollte konsequent eingehalten werden, um eine optimale Blütenbildung sicherzustellen. Unregelmäßigkeiten oder Unterbrechungen im Dunkelzyklus können die Pflanzen verwirren und den Blüteprozess stören, was in einigen Fällen sogar zu einem Rückschritt in die vegetative Phase führen kann.

Lichtzyklen für Autoflowering Cannabis

Autoflowering Cannabis-Sorten sind einzigartig, da sie nicht von der Veränderung des Lichtzyklus abhängig sind, um in die Blüte zu gelangen. Für diese Pflanzen werden oft Lichtzyklen von 18/6, 20/4 oder sogar 24/0 während des gesamten Anbauzyklus empfohlen. Dies maximiert die Energiezufuhr für die Pflanze, ermöglicht ein durchgehendes Wachstum und fördert die schnelle Entwicklung zur Blüte. Der Mangel an Notwendigkeit für eine Lichtzyklusanpassung macht Autoflowering Sorten zu einer bequemen Option für Anbauer, die eine weniger komplexe Anbauumgebung wünschen.

Es ist wichtig, zu berücksichtigen, dass neben dem Lichtzyklus auch das Lichtspektrum an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst werden sollte. Während der vegetativen Phase bevorzugen Pflanzen ein mehr blau-violettes Spektrum, während in der Blütephase ein rotes Spektrum förderlich ist. Die richtige Anwendung von Lichtzyklen und -spektren kann den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer außergewöhnlichen Ernte ausmachen. Experimentieren und Anpassen an die spezifischen Bedingungen und Reaktionen der Pflanzen kann Züchtern dabei helfen, das optimale Wachstumsumfeld zu schaffen.

Lichtzyklusanpassungen für optimales Pflanzenwachstum

Die Anpassung des Lichtzyklus ist ein entscheidender Faktor für das optimale Wachstum und die Blütenproduktion von Cannabis. Durch eine gezielte Anpassung des Lichtzyklus an die spezifischen Wachstumsphasen der Cannabis-Pflanzen können Züchter die Entwicklung ihrer Pflanzen positiv beeinflussen und das Ertragspotenzial maximieren. Es ist von zentraler Bedeutung zu verstehen, wie und wann der Lichtzyklus angepasst werden sollte, um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Vegetative Phase Anpassungen

In der vegetativen Phase benötigen Cannabis-Pflanzen viel Licht, da dies die Photosynthese und damit das Wachstum der Pflanzen fördert. Ein Lichtzyklus von 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6) wird oft als optimal betrachtet, um die vegetative Wachstumsphase zu unterstützen. Für Pflanzen, die jedoch ein besonders schnelles Wachstum zeigen oder anfälliger für Stress sind, kann eine leichte Anpassung auf einen Zyklus von 20 Stunden Licht und 4 Stunden Dunkelheit (20/4) oder in manchen Fällen die Bereitstellung von kontinuierlichem Licht (24/0) von Vorteil sein. Diese Anpassungen sollten stets unter Berücksichtigung der spezifischen Reaktion der Pflanzen auf die Lichtverhältnisse und ihres allgemeinen Gesundheitszustandes erfolgen.

Übergang zur Blütephase

Der Übergang von der vegetativen in die Blütephase erfordert eine signifikante Änderung des Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12). Diese Änderung sollte sorgfältig geplant und umgesetzt werden, um Stress für die Pflanzen zu minimieren und den Eintritt in die Blütephase zu erleichtern. Für einige Züchter kann es von Vorteil sein, diesen Übergang schrittweise zu vollziehen, indem sie den Lichtzyklus zunächst auf einen Zwischenschritt wie 16/8 anpassen, bevor der endgültige Wechsel zu 12/12 erfolgt. Diese Methode kann insbesondere bei sensiblen Strains oder bei Pflanzen, die Anzeichen von Stress zeigen, hilfreich sein.

Lichtzyklusanpassungen für Autoflowering Sorten

Obwohl Autoflowering Cannabis-Sorten nicht von einer Änderung des Lichtzyklus abhängig sind, um in die Blütephase einzutreten, können auch bei ihnen Anpassungen des Lichtzyklus förderlich sein. Ein häufig angewendeter Zyklus ist 18/6 für den gesamten Lebenszyklus der Pflanze. Experimente mit unterschiedlichen Lichtzyklen von 24/0 oder 20/4 können jedoch ebenfalls positive Effekte auf das Wachstum und die Blütenbildung haben. Kleine Anpassungen und Beobachtungen der Pflanzenreaktionen können Aufschluss darüber geben, welcher Zyklus für eine spezifische Autoflowering Sorte am besten geeignet ist.

Generell gilt: Die Anpassung des Lichtzyklus sollte stets auf der Grundlage sorgfältiger Beobachtungen und unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften der jeweiligen Cannabis-Sorten erfolgen. Ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse der Pflanzen in den verschiedenen Wachstumsphasen ermöglicht es Züchtern, gezielte Anpassungen vorzunehmen und so den Gesundheitszustand, das Wachstum und letztendlich die Ertragsmenge positiv zu beeinflussen.

Die Rolle der Beleuchtung in der Indoor-Cannabiszucht

In der Indoor-Cannabiszucht spielt die Beleuchtung eine zentrale Rolle, da sie die natürliche Sonneneinstrahlung ersetzt und den Pflanzen die für ihr Wachstum und ihre Blüte essenzielle Energie liefert. Fortschritte in der Beleuchtungstechnologie haben es Züchtern ermöglicht, Lichtverhältnisse zu schaffen, die speziell auf die Bedürfnisse verschiedener Cannabis-Sorten und Wachstumsphasen zugeschnitten sind.

Wahl der Beleuchtungstechnologie

Die Auswahl der richtigen Beleuchtung ist entscheidend für den Erfolg des Indoor-Anbaus. LED-Lampen haben sich aufgrund ihrer Energieeffizienz, Langlebigkeit und des geringen Wärmeausstoßes als besonders populär erwiesen. Sie ermöglichen es, das Lichtspektrum je nach Phase der Pflanzenentwicklung anzupassen – von blau-violettem Licht für die vegetative Wachstumsphase bis hin zu rot-orange Tönen während der Blütephase. Kompaktleuchtstofflampen (CFL) und Hochdruckentladungslampen (HID) wie Metallhalogenid- (MH) und Hochdrucknatriumlampen (HPS) werden ebenfalls eingesetzt, insbesondere in größeren Anbauoperationen oder wenn spezifische Lichtspektren erforderlich sind.

Optimierung des Lichtzyklus

Die Anpassung des Lichtzyklus an die Bedürfnisse der Pflanzen ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Indoor-Cannabiszucht. Während der vegetativen Phase benötigen Pflanzen lange Lichtperioden (18/6 oder 24/0), um ein kräftiges Wachstum zu fördern. Für die Blütephase ist ein Zyklus von 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit erforderlich, um die Pflanzen zur Blütenbildung anzuregen. Diese spezifischen Lichtzyklen imitieren die natürlichen Umweltbedingungen und stimulieren die Pflanzen, entsprechend ihrer genetischen Programmierung zu reagieren.

Steuerung des Mikroklimas durch Beleuchtung

Die Beleuchtung beeinflusst nicht nur direkt das Wachstum und die Blüte der Cannabis-Pflanzen, sondern auch das Mikroklima innerhalb des Anbauraums. Die von den Leuchtmitteln abgegebene Wärme muss sorgfältig reguliert werden, um ideale Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen zu gewährleisten. Dies gilt besonders für Systeme mit Hochdruckentladungslampen, die eine erhebliche Menge an Wärme erzeugen. Moderne LED-Systeme hingegen zeichnen sich durch eine geringere Wärmeabgabe aus, was den Kühlungsbedarf reduziert und die Kontrolle über das Anbauumfeld erleichtert.

Die sorgfältige Auswahl und Einstellung der Beleuchtung ist ein kritischer Faktor für den erfolgreichen Indoor-Anbau von Cannabis. Sie ermöglicht es Züchtern, das Wachstum zu maximieren, die Blütenproduktion zu steigern und die Qualität des Endprodukts zu verbessern. Durch die gezielte Steuerung von Lichtintensität, -spektrum und -zyklus können optimale Bedingungen für die Pflanzenentwicklung geschaffen werden, was letztendlich zu einer höheren Ertragsmenge führt.

Lichtmanagement und Anbautechniken

Effektives Lichtmanagement und die Implementierung spezifischer Anbautechniken sind entscheidend, um das maximale Potenzial von Cannabis-Pflanzen in der Indoor-Zucht zu entfalten. Durch eine Kombination aus strategischer Beleuchtung, sorgfältiger Planung und der Anwendung bewährter Anbautaktiken können Züchter eine signifikante Verbesserung im Wachstum und in der Qualität der Pflanzen erreichen.

Strategisches Lichtmanagement

Die richtige Anwendung von Licht ist essenziell, um die Photosynthese zu maximieren und optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Eine gleichmäßige Lichtverteilung garantiert, dass alle Pflanzenteile ausreichend belichtet werden, was insbesondere bei dichteren Pflanzungen eine Herausforderung darstellen kann. Fortgeschrittene Lichtmanagementsysteme erlauben eine dynamische Anpassung von Lichtintensität und -spektrum, um verschiedene Wachstumsphasen optimal zu unterstützen. Beispielsweise können LED-Systeme so konfiguriert werden, dass sie in der vegetativen Phase ein blau-reicheres Spektrum und in der Blütephase ein rot-reicheres Spektrum abgeben.

Effiziente Anbautechniken

Die Sea of Green (SOG) und Screen of Green (SCROG) Methoden sind populäre Techniken, die darauf abzielen, die Lichteffizienz zu maximieren und den Raum optimal zu nutzen. Bei der SOG-Methode werden viele kleine Pflanzen dicht beieinander platziert, um schnell in die Blütephase zu gelangen und die Anzahl der Blütenstandorte zu maximieren. SCROG hingegen verwendet ein Netz oder Gitter, um die Pflanzen horizontal zu trainieren und die belichtete Oberfläche zu vergrößern, was eine gleichmäßigere Lichtverteilung über die Pflanze ermöglicht und so den Ertrag pro Pflanze erhöht.

Einsatz von Anbaulampen und deren Platzierung

Die Auswahl und Platzierung der Beleuchtungssysteme ist ein weiterer kritischer Aspekt des Lichtmanagements. Um sicherzustellen, dass das Licht möglichst effizient von den Pflanzen genutzt wird, muss die Lichtquelle in der richtigen Höhe positioniert werden. Eine zu nahe Platzierung kann zu Hitzebelastung und Lichtverbrennungen führen, während eine zu entfernte Positionierung das Licht nicht ausreichend auf die Blattflächen lenkt. Verstellbare Aufhängesysteme und die regelmäßige Anpassung der Höhe der Lichtquellen im Einklang mit dem Pflanzenwachstum sind daher essenziell. Zudem sollten reflektierende Materialien in der Anbauumgebung eingesetzt werden, um das Licht zurück zu den Pflanzen zu leiten und so eine maximale Lichtausnutzung zu gewährleisten.

Indem Anbauer die Prinzipien des effektiven Lichtmanagements und der zielgerichteten Anbautechniken berücksichtigen, können sie die Produktivität ihrer Indoor-Cannabiszucht bedeutend steigern. Eine durchdachte Anpassung der Beleuchtung, kombiniert mit strategischen Anbaumethoden, führt nicht nur zu einem höheren Ertrag, sondern auch zu einer verbesserten Qualität der Endprodukte. Letztendlich ermöglicht ein tiefgreifendes Verständnis für das Zusammenspiel zwischen Licht, Pflanze und Umgebung eine optimierte und effiziente Cannabisproduktion.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.