Cannabis-Edibles (Cannabis-Esswaren)

Cannabis-Edibles (Cannabis-Esswaren)

Veröffentlicht: 03.05.2024
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

Was sind Cannabis-Esswaren?

Cannabis-Esswaren, oft auch als "Edibles" bezeichnet, umfassen eine Vielzahl von Lebensmitteln und Snacks, die Cannabinoide – hauptsächlich THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) – enthalten. Diese Wirkstoffe sind bekannt für ihre psychotropen bzw. medizinischen Eigenschaften und werden durch den Verdauungsprozess aufgenommen. Im Gegensatz zum Rauchen oder Verdampfen von Cannabis, wo die Wirkstoffe schnell in den Blutkreislauf gelangen, erfolgt die Aufnahme bei Esswaren langsamer, was zu einem verzögerten Einsetzen, aber auch zu einer länger anhaltenden Wirkung führt.

Vielfältiges Angebot und Anwendungsbereiche

Das Spektrum an Cannabis-Esswaren ist breit gefächert. Es reicht von traditioneller Bäckereiware wie Space Cookies und Hash Brownies über Süßigkeiten wie THC- oder CBD-Gummibärchen bis hin zu modernen Produkten wie Schokolade, Lutscher oder Getränken. Die Vielfalt ermöglicht es den Konsumenten, die für sie passende Form und Geschmacksrichtung zu wählen. Während einige Edibles speziell für ihre psychoaktiven Effekte durch THC konsumiert werden, dienen andere hauptsächlich medizinischen Zwecken, indem sie CBD enthalten, das nicht berauschend wirkt, aber zur Linderung von Schmerzen, Entzündungen und anderen Beschwerden beitragen kann.

Herstellungsprozess und Wirkungsweise

Im Mittelpunkt der Produktion von Cannabis-Esswaren steht die Umwandlung der Cannabinoide in eine für den menschlichen Körper leichter aufnehmbare Form. Dazu wird Cannabis in der Regel erhitzt, um die Säureform THCA in das psychoaktive THC umzuwandeln – ein Prozess, der als Decarboxylierung bekannt ist. Viele Esswaren enthalten auch hash- oder ölbasiertes THC, das durch Extraktion mit Lösungsmitteln wie Butangas gewonnen wird. Dies erfordert spezielles Wissen und Vorsichtsmaßnahmen, da der Umgang mit den Lösungsmitteln gefährlich sein kann.

Durch die Aufnahme über den Verdauungstrakt und die anschließende Metabolisierung in der Leber wirken Cannabis-Esswaren anders als bei inhalativer Aufnahme. Dies führt nicht nur zu einer verzögerten Wirkung, die oft erst nach 30 Minuten bis 2 Stunden einsetzt, sondern auch zu einer intensiveren und länger anhaltenden Erfahrung, die bis zu 12 Stunden andauern kann. Aufgrund dieser verzögerten und verlängerten Wirkung ist es besonders wichtig, die Dosierung sorgfältig zu wählen und mit kleinen Mengen zu beginnen, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Gesundheitliche Überlegungen und Sicherheitsaspekte

Wie bei allen Formen des Cannabis-Konsums, ist der verantwortungsbewusste Umgang mit Edibles entscheidend. Besonders zu betonen ist, dass THC-haltige Esswaren für Kinder gefährlich sein können und daher sicher und unzugänglich aufbewahrt werden müssen. Darüber hinaus erfordert das Potenzial für eine starke und langanhaltende Wirkung eine vorsichtige Dosierung, beginnend mit geringen Mengen, damit der Körper Zeit hat, zu reagieren, bevor weitere Einnahmen erfolgen.

Trotz ihrer Beliebtheit und der berichteten positiven Effekte auf verschiedene Gesundheitsbedingungen bedarf der Einsatz von Cannabis-Esswaren weiterer wissenschaftlicher Forschung, um vollständig zu verstehen, wie sie den Körper beeinflussen und wie sie am besten für therapeutische Zwecke eingesetzt werden können. Die Möglichkeit, Edibles selbst herzustellen, erlaubt es Nutzern zwar, Qualität und Dosierung der Zutaten besser zu steuern, doch erfordert auch dies ein fundiertes Wissen über die Zubereitung und eine gewisse Vorsicht, um eine sichere und genussvolle Erfahrung zu gewährleisten.

Arten von Cannabis-Esswaren

Cannabis-Esswaren präsentieren sich in der heutigen Genusswelt in einer erstaunlichen Vielfalt. Die Palette reicht von Backwaren und Süßigkeiten bis hin zu raffinierten Kochkreationen, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind mit Cannabidiol (CBD) oder Tetrahydrocannabinol (THC) angereichert. Diese Breite an Optionen ermöglicht es nicht nur, unterschiedliche Geschmacksvorlieben zu bedienen, sondern auch verschiedene Anwendungszwecke – von der medizinischen Behandlung bis hin zum reinen Genuss – abzudecken.

Backwaren und Süßigkeiten

Zu den bekanntesten Formen von Cannabis-Esswaren zählen ohne Zweifel die berühmten „Space Cookies“ und „Hash Brownies“. Doch das Angebot beschränkt sich nicht nur auf diese Klassiker. Gummibärchen, Schokolade, Lutscher und selbst Marshmallows, die mit Cannabis versetzt sind, stellen eine beliebte Alternative dar, insbesondere für diejenigen, die den Geschmack von Cannabis überdecken möchten. Bei allen diesen Produkten ist präzise Dosierung von größter Wichtigkeit, um eine konstante und sichere Wirkung zu gewährleisten.

Getränke

Neben festen Nahrungsmitteln haben auch getränkebasierte Cannabis-Produkte an Popularität gewonnen. Tee, Kaffee, Smoothies und sogar alkoholische Cocktails können mit Cannabis angereichert werden, was eine angenehme Alternative zum klassischen Rauchen oder Verdampfen bietet. Die Wirkung dieser Getränke kann aufgrund der Flüssigkeitsaufnahme schneller einsetzen als bei festen Esswaren, allerdings ist auch hier die Dosierung entscheidend für das Konsumerlebnis.

Alternative Esswaren

Abseits der gängigen Süßwaren und Getränke gibt es auch speziellere Cannabis-Produkte für den ernährungsbewussten Konsumenten. Vegane THC-Gummis, die mit pflanzlichen Gelatinealternativen hergestellt werden, bieten eine tierfreundliche Option. Auch glutenfreie oder zuckerreduzierte Varianten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, was die Erschließung einer breiteren Zielgruppe ermöglicht. Darüber hinaus experimentieren viele mit der Integration von Cannabis in alltägliche Kochrezepte, wobei Cannabis-Butter oder -Öl vielseitig einsetzbar sind.

Die Innovationskraft im Bereich der Cannabis-Esswaren ist enorm, und es entstehen ständig neue Produkte, die das Spektrum erweitern. Wichtig ist jedoch bei allen Produkten, egal ob gekauft oder selbst hergestellt, eine verantwortungsvolle Herangehensweise an die Dosierung und den Konsum, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Auch rechtliche Rahmenbedingungen spielen beim Kauf und der Herstellung von Cannabis-Produkten eine wichtige Rolle und sollten stets beachtet werden.

Herstellung und Wirkstoffgewinnung bei Cannabis-Esswaren

Die Herstellung von Cannabis-Esswaren ist ein komplexer Prozess, der Fachwissen und Präzision erfordert, insbesondere wenn es um die Extraktion und Dosierung der Wirkstoffe geht. Im Zentrum steht die Decarboxylierung – ein Vorgang, bei dem das im Cannabis enthaltene THCA durch Erhitzen in das psychoaktive THC umgewandelt wird. Dies ist ein entscheidender Schritt, da THC in seiner säurehaltigen Form keine psychotrope Wirkung zeigt. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Temperatur und Dauer der Erhitzung zu finden, um eine optimale Umwandlung zu erzielen ohne dabei wertvolle Terpene und Cannabinoide zu verlieren.

Extraktionsmethoden

Von zentraler Bedeutung bei der Herstellung von Cannabis-Esswaren ist zudem die Extraktion der Wirkstoffe. Häufig kommen dabei Lösungsmittel wie Butangas zum Einsatz, um THC- oder CBD-reiches Öl zu gewinnen, das sogenannte "Hash-Öl". Diese Methode bedarf einer großen Sorgfalt sowie spezifischer Kenntnisse, um Risiken wie Explosionen oder Qualitätsverluste des Endprodukts zu vermeiden. Neben der Verwendung von Lösungsmitteln gibt es auch schonendere Verfahren wie die CO2-Extraktion oder die Infusion von Cannabis in Fette – beispielsweise Butter oder Öle, die anschließend als Basis für diverse Esswaren dienen können.

Wirkstoffdosierung und Qualitätssicherung

Ein weiterer kritischer Aspekt in der Produktion von Cannabis-Esswaren ist die präzise Dosierung der Wirkstoffe. Die Herausforderung besteht darin, eine gleichbleibende Konzentration des Wirkstoffs in jedem einzelnen Produkt zu gewährleisten. Dies erfordert nicht nur exakte Messmethoden und umfassende Kenntnisse über die Potenz des Ausgangsmaterials, sondern auch streng kontrollierte Herstellungsprozesse. Selbst bei geringfügigen Abweichungen im Produktionsablauf kann es zu stark variierenden Wirkstoffgehalten kommen, was die Sicherheit und das Wohlbefinden der Konsumenten beeinträchtigen kann.

Angesichts dieser Komplexität wird deutlich, dass die Herstellung von Cannabis-Esswaren weit über das einfache Zumischen von Cannabis zu einem Kuchenrezept hinausgeht. Es ist eine Wissenschaft für sich, die ein tiefes Verständnis für die Chemie und Physiologie des Cannabis sowie für Lebensmitteltechnologie voraussetzt. Die sorgfältige Auswahl der Zutaten, die Qualitätssicherung und die Einhaltung gesundheitlicher Richtlinien sind unerlässlich, um sichere, wirksame und genussvolle Cannabis-Esswaren zu produzieren.

Dosierung und Wirkungsdauer von Cannabis-Esswaren

Die korrekte Dosierung von Cannabis-Esswaren ist entscheidend für ein angenehmes und sicheres Konsumerlebnis. Aufgrund der verzögerten Wirkstoffaufnahme durch den Verdauungsprozess unterscheidet sich die Dosierung erheblich von anderen Konsummethoden wie Rauchen oder Verdampfen. Eine zu hohe Dosierung kann zu unangenehmen Nebeneffekten führen, während eine zu niedrige Dosierung möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Daher ist es ratsam, mit einer kleinen Menge zu beginnen und die Wirkung abzuwarten, bevor gegebenenfalls die Dosis erhöht wird.

Bestimmung der richtigen Dosis

Die Bestimmung der richtigen Dosis hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die individuelle Toleranz, das Gewicht der Person und die beabsichtigte Wirkung. Als Faustregel gilt, dass Neukonsumenten mit einer sehr geringen Menge, zumeist zwischen 2,5 und 5 mg THC, beginnen sollten. Erfahrene Nutzer können die Dosis entsprechend ihrer Toleranz anpassen, sollten jedoch stets vorsichtig sein, da die Wirkung von Esswaren intensiver und länger anhaltend sein kann als erwartet.

Wirkungsdauer und -einsetzen

Ein weiteres wichtiges Element beim Konsum von Cannabis-Esswaren ist das Verständnis der Wirkungsdauer und des Wirkungseinsetzens. Im Gegensatz zum inhalativen Konsum, bei dem die Effekte nahezu sofort eintreten können, kann es bei Esswaren zwischen 30 Minuten und zwei Stunden dauern, bis die Wirkung spürbar wird. Diese Verzögerung kann dazu führen, dass ungeduldige Konsumenten irrtümlicherweise zu viel konsumieren, weil sie denken, dass die anfängliche Dosis keinen Effekt hat. Sobald die Wirkung einsetzt, kann sie deutlich länger anhalten als bei anderen Konsummethoden, oft zwischen sechs und zwölf Stunden, in einigen Fällen sogar bis zu 24 Stunden.

Diese verlängerte und verzögerte Wirkung macht es umso wichtiger, in einer sicheren und komfortablen Umgebung zu konsumieren und sicherzustellen, dass man genügend Zeit zur Verfügung hat, um die vollen Effekte zu erleben und abklingen zu lassen. Die sorgfältige Dosierung und das Bewusstsein für die Wirkungsdauer schützen nicht nur vor unerwünschten Erfahrungen, sondern ermöglichen auch ein angenehmes und kontrolliertes Erlebnis mit Cannabis-Esswaren.

Gesundheitliche Aspekte und Vorsichtsmaßnahmen bei Cannabis-Esswaren

Beim Konsum von Cannabis-Esswaren sind verschiedene gesundheitliche Aspekte und Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um negative Erfahrungen und potenzielle Gesundheitsrisiken zu minimieren. Die psychoaktiven Effekte von THC-haltigen Esswaren können intensiv sein und stellen insbesondere für Neukonsumenten oder Personen mit geringer Toleranz ein Risiko dar. Es ist wichtig, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und die Wirkung sorgfältig zu überwachen, bevor eine weitere Einnahme in Betracht gezogen wird.

Potentielle Risiken und Nebenwirkungen

Zu den möglichen Nebenwirkungen von Cannabis-Esswaren zählen Angstzustände, Paranoia, Schwindel und Übelkeit, insbesondere bei Überdosierung. Darüber hinaus kann die verzögerte Wirkung, die für Esswaren charakteristisch ist, dazu führen, dass Konsumenten versehentlich zu viel zu sich nehmen, bevor die ersten Effekte spürbar werden. Dies betont die Notwendigkeit, die Wirkung der Erstdosis vollständig abzuwarten, die mehrere Stunden anhalten kann, bevor eine weitere Dosis erwogen wird.

Verantwortungsvoller Umgang und Aufbewahrung

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis-Esswaren ist essenziell, um unbeabsichtigten Konsum zu vermeiden. Dies ist besonders relevant in Haushalten mit Kindern oder Haustieren, da THC-haltige Produkte für sie besonders gefährlich sein können. Die Esswaren sollten daher immer sicher und deutlich gekennzeichnet aufbewahrt werden, um jegliche Verwechslungsgefahr auszuschließen. Viele Staaten und Regionen, in denen der Verkauf von Cannabis-Esswaren legalisiert ist, haben strenge Vorschriften für die Kennzeichnung und Verpackung solcher Produkte, um den Schutz Minderjähriger zu gewährleisten.

Zudem ist anzumerken, dass die langfristigen Effekte des regelmäßigen Konsums von Cannabis, einschließlich der Esswaren, noch nicht vollständig erforscht sind. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder jene, die bereits andere Medikamente einnehmen, sollten vor dem Konsum von Cannabis-Produkten einen Arzt konsultieren. Die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten oder gesundheitlichen Bedingungen kann unvorhergesehene und möglicherweise schädliche Effekte haben.

Abschließend lässt sich sagen, dass bei der Verwendung von Cannabis-Esswaren Vorsicht geboten ist. Eine informierte, vorsichtige Herangehensweise, die Einhaltung empfohlener Dosierungen und der verantwortungsbewusste Umgang sind entscheidend, um das Risiko unangenehmer Nebenwirkungen zu minimieren und eine positive Erfahrung zu gewährleisten.

Lagerung und Haltbarkeit von Cannabis-Esswaren

Die richtige Lagerung von Cannabis-Esswaren ist entscheidend, um deren Frische, Wirksamkeit und Sicherheit über die Zeit hinweg zu gewährleisten. Wie bei allen Lebensmitteln kann die Qualität von Cannabis-Esswaren durch Faktoren wie Licht, Luft, Feuchtigkeit und Temperatur beeinträchtigt werden. Daher ist eine angemessene Aufbewahrungsmethode erforderlich, um den natürlichen Verderb der Inhaltsstoffe zu verzögern und das Produkt vor dem Verlust seiner besonderen Eigenschaften zu schützen.

Vermeidung von Licht und Luft

Um eine Oxidation und den Abbau der Cannabinoide zu verhindern, sollten Cannabis-Esswaren in luftdichten Behältern aufbewahrt werden. Glasbehälter mit einem fest schließenden Deckel eignen sich besonders gut für diesen Zweck. Ebenso ist es wichtig, die Produkte vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, da UV-Licht die Cannabinoide zerstören kann. Daher ist ein dunkler, kühler Platz optimal für die Lagerung.

Temperaturkontrolle

Die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle bei der Haltbarkeit von Cannabis-Esswaren. Zu hohe Temperaturen können nicht nur die aktiven Wirkstoffe beeinflussen, sondern auch zur Entwicklung von Schimmel oder Bakterien führen. Die Aufbewahrung in einem Kühlschrank kann die Lebensdauer der Produkte erheblich verlängern, besonders bei Esswaren, die leicht verderbliche Zutaten enthalten. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Produkte in einem separaten Bereich gelagert werden, um eine Kontamination mit Lebensmittelgerüchen zu vermeiden. Für eine noch längere Haltbarkeit können einige Cannabis-Esswaren auch eingefroren werden. Dennoch ist es wichtig, nach dem Auftauen auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Kondensation zu achten, die die Qualität beeinträchtigen könnten.

Beschriftung und Sicherheit

Eine deutliche Kennzeichnung der Cannabis-Esswaren ist entscheidend, um Verwechslungen zu vermeiden, insbesondere in Haushalten mit Kindern oder Gästen. Die Beschriftung sollte Informationen über den Inhalt, das Herstellungsdatum und die empfohlene Haltbarkeit umfassen. Zudem sollten Cannabis-Esswaren immer außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden, vorzugsweise in abschließbaren Schränken oder Kühlschränken, um unbeabsichtigten Konsum zu verhindern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine sorgfältige Lagerung von Cannabis-Esswaren nicht nur deren Qualität und Sicherheit über die Zeit hinweg gewährleistet, sondern auch dazu beiträgt, die Wirksamkeit der enthaltenen Cannabinoide zu bewahren. Durch die Beachtung dieser Richtlinien können Konsumenten das bestmögliche Erlebnis mit ihren Cannabis-Esswaren sicherstellen.

Legale Perspektive und Verfügbarkeit von Cannabis-Esswaren

Die legale Perspektive auf Cannabis-Esswaren variiert erheblich von Land zu Land und innerhalb einzelner Staaten oder Regionen. In einigen Gebieten ist der Kauf, Besitz und Konsum von Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert, was in der Regel auch die Verwendung von Cannabis-Esswaren einschließt. Andernorts ist der Erwerb und Konsum auch zu Freizeitzwecken erlaubt, was eine breitere Verfügbarkeit und eine größere Vielfalt an Produkten bedeutet. Dennoch existieren vielerorts strenge Regularien bezüglich Herstellung, Verkauf sowie Kennzeichnung dieser Produkte, um Konsumenten zu schützen und den unbefugten Zugriff, insbesondere durch Minderjährige, zu verhindern.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

In Ländern, wo Cannabis-Esswaren legal sind, gibt es spezifische Regularien, die die Produktion und den Vertrieb reglementieren. Dazu gehören Vorschriften bezüglich der maximalen THC-Gehalte, die Pflicht zur Kennzeichnung mit Inhaltsstoffen und Dosierungshinweisen sowie Jugendschutzbestimmungen. Zudem müssen Hersteller oft lizenziert sein und ihre Produkte regelmäßigen Qualitätskontrollen unterziehen. Diese Maßnahmen sollen einerseits den Schutz der Konsumenten gewährleisten und andererseits Missbrauch sowie illegale Verbreitung verhindern.

Verfügbarkeit und Zugang

Die Verfügbarkeit von Cannabis-Esswaren in legalisierten Märkten kann von spezialisierten Dispensaries und Apotheken bis hin zu Online-Shops reichen. Die breite Palette der Produkte ermöglicht eine individuelle Auswahl, die sowohl den Bedürfnissen von Medizinalcannabis-Patienten als auch den Wünschen von Freizeitkonsumenten gerecht wird. In Regionen, wo Cannabis nicht legal ist, besteht die Gefahr, dass Konsumenten auf den Schwarzmarkt ausweichen, wo keine Sicherheits- und Qualitätskontrollen garantiert werden können.

Trotz der zunehmenden Akzeptanz und Legalisierung von Cannabis in vielen Teilen der Welt bleibt die rechtliche Lage ein komplexes Feld, das ständigen Änderungen unterworfen ist. Konsumenten sowie Hersteller von Cannabis-Esswaren müssen sich daher kontinuierlich über die aktuelle Gesetzeslage in ihrem spezifischen geografischen und rechtlichen Kontext informieren, um gesetzeskonform zu handeln.

Zubereitung von Cannabis-Esswaren zu Hause

Die Zubereitung von Cannabis-Esswaren zu Hause hat sich zu einer beliebten Methode entwickelt, um die Vorteile von Cannabis in einer genießbaren Form zu nutzen. Obwohl der Prozess auf den ersten Blick einfach erscheinen mag, erfordert er genaues Wissen über die Dosierung, Decarboxylierung und geeignete Zutatenwahl, um sowohl eine angenehme als auch sichere Erfahrung zu gewährleisten. Die Eigenherstellung bietet die Möglichkeit, Qualität, Potenz und Geschmack individuell zu steuern und auf persönliche Vorlieben und Bedürfnisse abzustimmen.

Grundlagen der Decarboxylierung

Der erste und entscheidende Schritt in der Herstellung von Cannabis-Esswaren ist die Decarboxylierung – ein chemischer Prozess, bei dem THCA, eine nicht psychoaktive Säureform von THC, durch Erhitzen in das psychoaktive THC umgewandelt wird. Dies erfolgt üblicherweise im Backofen, wobei Cannabis bei einer niedrigen Temperatur (etwa 110-120 °C) für eine bestimmte Zeitdauer erhitzt wird. Eine korrekte Decarboxylierung ist essenziell, um die volle Wirkung des Cannabis zu entfalten und eine konsistente Dosierung zu gewährleisten.

Infusion von Fett mit Cannabis

Da THC fettlöslich ist, wird es häufig in Fette wie Butter oder Öl infundiert, um eine Basis für die Zubereitung von Esswaren zu schaffen. Diese infundierten Fette können dann in praktisch jedes Rezept integriert werden, das Fett erfordert – von Brownies über Gummibärchen bis hin zu herzhaften Gerichten. Die Herausforderung bei der Infusion liegt in der gleichmäßigen Verteilung des THC, um eine konsistente Potenz über die gesamte Produktcharge hinweg zu erreichen. Eine sorgfältige Dosierung und gründliches Mischen sind daher entscheidend.

Sicherheit und Dosierung

Ein besonderer Fokus sollte bei der Zubereitung von Cannabis-Esswaren zu Hause auf die genaue Dosierung gelegt werden. Da die Potenz von hausgemachten Esswaren schwer vorhersagbar sein kann, ist es ratsam, mit einer sehr niedrigen Dosis zu beginnen und die Wirkung vor einer erneuten Einnahme vollständig abzuwarten. Dies minimiert das Risiko unerwünschter Nebeneffekte und sorgt für eine kontrollierbare Erfahrung. Darüber hinaus ist es wichtig, selbstgemachte Cannabis-Esswaren sicher und klar gekennzeichnet zu lagern, um Verwechslungen oder unbeabsichtigten Konsum, insbesondere durch Kinder oder Haustiere, zu vermeiden.

Letztendlich bietet die Zubereitung von Cannabis-Esswaren zu Hause eine vielseitige Möglichkeit, Cannabis kreativ und nach individuellen Vorlieben zu genießen. Während Sicherheit und Genauigkeit im Prozess unabdingbar sind, erlaubt die hausgemachte Zubereitung eine persönliche und oft kostengünstigere Alternative zu fertigen Cannabis-Esswaren.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.