Blütephase Cannabis Anbau

Blütephase Cannabis Anbau

Veröffentlicht: 11.05.2024 (Aktualisiert: 11.05.2024)
Lesezeit: Min.
Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Gesundheitsexperte

Einführung in die Blütephase von Cannabis

Die Blütephase ist ein entscheidender Zeitraum im Lebenszyklus der Cannabis-Pflanze, markiert durch den Übergang von Wachstum und Entwicklung hin zur Produktion weiblicher Blüten, die letztendlich die begehrten Knospen formen. Dieses Stadium des Pflanzenlebens ist sowohl für Hobbygärtner als auch für professionelle Züchter von Bedeutung, da Qualität, Quantität und Potenzial der Ernte weitgehend von den Bedingungen und der Pflege während dieser Phase abhängen.

Signifikanz der Blütephase

Im Laufe der Blütephase durchläuft die Cannabis-Pflanze bemerkenswerte Veränderungen, die nicht nur für die Ernte entscheidend sind, sondern auch besondere Anforderungen an Pflege und Umgebungsbedingungen stellen. Diese Phase beginnt, wenn die Pflanzen weniger Licht erhalten, was bei den meisten Arten die innere Uhr zur Produktion von Blüten aktiviert. Die Dauer und der Verlauf dieser Phase können jedoch stark variieren, abhängig von der Genetik der Pflanze.

Genetische Einflüsse und Dauer

Die Länge der Blütephase ist grundlegend durch die genetische Ausstattung der Pflanze vorbestimmt. Während einige Sorten innerhalb von nur sieben Wochen zur Reife gelangen können, benötigen andere bis zu 14 Wochen, um ihre volle Potenzial zu entfalten. Feminisierte Samen, die ausschließlich weibliche Pflanzen produzieren, haben typischerweise eine Blütedauer von etwa neun Wochen. Im Gegensatz dazu sind Autoflower-Sorten genetisch so programmiert, dass sie unabhängig von Lichtveränderungen automatisch in die Blütephase eintreten – ein Merkmal, das sie besonders für Anfänger attraktiv macht.

Pflegeanforderungen während der Blütephase

Während der Blütephase entwickeln die Pflanzen spezifische Bedürfnisse. Initial zeigt die Pflanze ein schnelles Wachstum, bekannt als „Stretching“, und die Anforderungen an Wasser und Nährstoffe steigen. In den ersten Wochen sind weiße Haare sichtbar, die sich später zu den begehrten Knospen entwickeln. Bereits in der zweiten Woche lässt sich das Geschlecht bestimmen, ein entscheidender Moment, um männliche Pflanzen zu entfernen und die Bestäubung weiblicher Blüten zu vermeiden. Ab der dritten Woche richtet die Pflanze ihre Energie zunehmend auf die Blütenbildung. Die optimale Nährstoffzusammensetzung verschiebt sich in Richtung höherer Anteile an Phosphor und Kalium, wobei eine Überdüngung zu vermeiden ist. Gleichzeitig sind die Kontrolle der Umgebungsbedingungen, wie Feuchtigkeit und Temperatur, und die Anpassung der Lichtverhältnisse von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung kräftiger und gesunder Blüten.

In dieser Phase entwickeln sich die Blüten stetig weiter, ihr Wachstum intensiviert sich zwischen der dritten und sechsten Woche, wo sie in Größe und Dichte zunehmen und ein reichhaltiges Aroma entfalten. In den letzten Wochen vor der Ernte ist es empfehlenswert, die Pflanzen lediglich mit pH-neutralem Wasser zu spülen, um überschüssige Nährstoffe aus dem Boden zu entfernen und die Qualität der Knospen zu optimieren. Der exakte Erntezeitpunkt ist entscheidend und wird idealerweise gewählt, wenn die Mehrheit der Trichome eine milchig-weiße Farbe angenommen hat, ein Indikator für den optimalen Reifegrad der Blüten.

Obwohl die Blütephase eine aufregende Zeit für jeden Cannabis-Züchter darstellt, birgt sie auch Herausforderungen. Häufige Fehler wie die unzureichende Kontrolle der Umgebungsbedingungen, falsche Beleuchtungseinstellungen oder die Vernachlässigung des Geruchsmanagements können die Qualität und Menge der Ernte beeinträchtigen. Eine sorgfältige Auswahl hochwertiger Cannabis-Samen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Blütephase und verspricht eine ertragreiche und qualitativ hochwertige Ernte.

Genetik und Dauer der Blütephase

Die Dauer der Blütephase ist ein Schlüsselelement im Lebenszyklus der Cannabis-Pflanze, das vorrangig durch genetische Faktoren bestimmt wird. Diese genetische Programmierung beeinflusst nicht nur, wie lange eine Pflanze bis zur Ernte benötigt, sondern auch, wie sie auf Umweltbedingungen und Pflege reagiert.

Einfluss der Genetik

Cannabis-Sorten variieren stark in ihren genetischen Anlagen, was sich in unterschiedlichen Blütezeiten widerspiegelt. Diese genetische Diversität ermöglicht es Züchtern, Pflanzen für praktisch jedes Klima und Anbauszenario zu selektieren. Im Allgemeinen kann die Blütephase von Cannabis zwischen 7 und 14 Wochen dauern, abhängig von der Sorte. Indica-dominante Sorten tendieren dazu, kürzere Blütezeiten aufzuweisen, während Sativa-dominante Sorten länger bis zur vollständigen Reife benötigen.

Feminisierte und autoflowering Samen

Feminisierte Samen, die darauf gezüchtet sind, fast ausschließlich weibliche Pflanzen hervorzubringen, besitzen eine durchschnittliche Blütedauer von etwa 9 Wochen. Diese Samen sind besonders beliebt, da sie die Planung und Durchführung der Ernte vereinfachen, indem sie die Notwendigkeit eliminieren, männliche Pflanzen auszusortieren, die den Ertrag mindern können. Autoflowering Samen dagegen, die sowohl Indica- als auch Sativa-Genetik enthalten können, sind für ihre Fähigkeit bekannt, unabhängig von Lichtveränderungen automatisch in die Blütephase zu wechseln. Diese Eigenschaft macht sie zu einer attraktiven Option für Anbauer, die mehrere Ernten pro Saison anstreben, obwohl sie weniger Kontrolle über das exakte Timing des Blütebeginns haben.

Dauer und Erntezeitpunkt

Die genaue Kenntnis der genetisch bedingten Blütedauer ist entscheidend für die Planung des Erntezeitpunkts. Je präziser ein Züchter die Zeitspanne bis zur Ernte abschätzen kann, desto besser lässt sich der Anbauzyklus steuern – von der Auswahl des Pflanzzeitpunkts bis hin zur Vorbereitung auf die Ernte. Der optimale Erntezeitpunkt ist nicht nur für die Maximierung des Ertrags, sondern auch für das Erreichen der gewünschten Qualität und Wirkstoffgehalte von entscheidender Bedeutung. Während der letzten Wochen der Blütephase empfiehlt es sich, die Pflanzen genau zu beobachten und die Reife der Trichome als Hauptindikator für die Erntebereitschaft heranzuziehen.

Die Kenntnisse über genetische Einflüsse und die durchschnittliche Dauer der Blütephase ermöglichen es Anbauern, ihre Anbaustrategien zu optimieren und das volle Potenzial jeder einzelnen Pflanze auszuschöpfen. Entscheidungen über Samenauswahl, Anbauzeitpunkt und spezifische Pflegeanforderungen können so fundiert getroffen werden, um hochwertiges Cannabis zu produzieren.

Die Rolle von feminisierten und autoflowering Samen

In der Welt des Cannabis-Anbaus spielen feminisierte und autoflowering Samen eine zentrale Rolle, da sie spezifische Vorteile bieten, die sich auf den Erfolg und die Effizienz des Anbauprozesses auswirken können. Die Innovation und Entwicklung in der Züchtung dieser Samenarten haben es Anbauern ermöglicht, ihre Anbauzyklen besser zu planen und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Ernte zu erhöhen.

Feminisierte Samen: Ein Garant für weibliche Pflanzen

Feminisierte Samen sind speziell dafür gezüchtet, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weibliche Cannabis-Pflanzen hervorzubringen. Dies stellt einen großen Vorteil dar, da nur weibliche Pflanzen die begehrten Blüten produzieren. Die Verwendung feminisierter Samen eliminiert nahezu das Risiko, dass männliche Pflanzen wachsen, die sonst erkannt und entfernt werden müssten, um zu verhindern, dass sie weibliche Pflanzen bestäuben. Dies spart erhebliche Zeit und Ressourcen, da der Anbauer sich nicht mehr der mühseligen Aufgabe widmen muss, die Geschlechter separat zu identifizieren und männliche Pflanzen auszusortieren. Durch die fast ausschließliche Produktion von weiblichen Pflanzen ermöglichen feminisierte Samen eine effizientere Nutzung des Anbauraums und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer ertragreichen Ernte.

Autoflowering Samen: Unabhängigkeit von Lichtzyklen

Autoflowering Samen unterscheiden sich von traditionellen Cannabis-Samen durch ihre Fähigkeit, unabhängig von den Lichtverhältnissen zu blühen. Während nicht autoflowering Pflanzen auf Veränderungen im Lichtzyklus angewiesen sind, um die Blütephase einzuleiten, wechseln autoflowering Sorten automatisch von der vegetativen Phase in die Blütephase, basierend auf ihrem Alter. Dies bedeutet, dass autoflowering Cannabis-Sorten in praktisch jeder Umgebung und zu jeder Jahreszeit angebaut werden können, solange die minimalen Anforderungen an Licht und Temperatur erfüllt sind. Diese Eigenschaft macht autoflowering Samen besonders attraktiv für Anbauer, die in Klimazonen mit weniger idealen Bedingungen operieren oder mehrere Ernten pro Jahr realisieren möchten. Da die Pflanzen nicht von externen Lichtzyklen abhängig sind, können sie schneller ernten, was jedoch oft mit einem kleineren Wuchs und einem insgesamt niedrigeren Ertrag einhergeht im Vergleich zu Pflanzen aus feminisierten Samen.

Zusammenfassend bieten sowohl feminisierte als auch autoflowering Samen bedeutende Vorteile für Cannabis-Anbauer. Die Wahl zwischen diesen Samenarten hängt stark von den spezifischen Zielen und Bedingungen des Anbauprojekts ab. Während feminisierte Samen dazu beitragen, die Effizienz durch die Garantie weiblicher Pflanzen zu maximieren, bieten autoflowering Samen eine Flexibilität hinsichtlich des Anbauzeitpunkts und -ortes, die besonders für Anbauer mit begrenzten Ressourcen oder in ungünstigen Klimazonen von Vorteil sein kann.

Wasser- und Nährstoffbedarf während der Blütephase

Die Blütephase stellt für Cannabis-Pflanzen eine Zeit intensiven Wachstums und der Entwicklung dar, die mit einem erhöhten Bedarf an Wasser und Nährstoffen einhergeht. Eine angemessene Versorgung in dieser kritischen Phase ist essenziell, um die Gesundheit der Pflanzen zu erhalten und einen ertragreichen Anbau zu sichern.

Anpassung der Wasserzufuhr

Während der Blütephase steigt der Wasserbedarf der Cannabis-Pflanzen signifikant an. Dies ist teilweise auf das sogenannte "Stretching", ein schnelles Wachstum direkt zu Beginn der Blütephase, zurückzuführen. Die Pflanzen benötigen ausreichend Wasser, um ihre physiologischen Prozesse zu unterstützen und den gesteigerten Transpirationsraten gerecht zu werden. Eine Unterversorgung mit Wasser kann zu Stress führen, der sich negativ auf die Entwicklung der Blüten auswirkt. Es ist jedoch ebenso wichtig, eine Überwässerung zu vermeiden, da dies zu Wurzelerkrankungen und einem verringerten Sauerstoffgehalt im Boden führen kann. Die Bewässerung sollte daher angepasst und regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Pflanzen optimal versorgt sind.

Nährstoffbedarf in der Blütezeit

Parallel zum erhöhten Wasserbedarf wandelt sich auch das Nährstoffspektrum, das Cannabis-Pflanzen in der Blütephase benötigen. Währen der vegetativen Phase ist ein höherer Stickstoffanteil für das Blatt- und Stängelwachstum vorteilhaft, während in der Blütephase ein höherer Bedarf an Phosphor und Kalium besteht. Diese Elemente unterstützen die Blütenentwicklung und helfen bei der Bildung kräftiger, gesunder Knospen. Eine übermäßige Düngung sollte allerdings vermieden werden, da eine zu hohe Konzentration von Nährstoffen, besonders in den letzten Wochen vor der Ernte, die Qualität der Blüten beeinträchtigen kann. In dieser Phase ist es ratsam, die Pflanzen mit reinem, pH-neutralem Wasser zu spülen, um überschüssige Nährstoffe aus dem Boden zu entfernen.

Die Bedeutung von Nährstoffverhältnissen

Das richtige Verhältnis von Nährstoffen ist entscheidend, um die optimalen Bedingungen für die Blütenentwicklung zu schaffen. In den frühen Stadien der Blütephase kann ein Verhältnis von Nährstoffen mit einem etwas höheren Stickstoffgehalt förderlich sein, um das initiale Wachstum zu unterstützen. Sobald die Pflanzen jedoch vollständig in die Blütephase eintreten, ist ein Wechsel zu einem Düngemittel mit höherem Phosphor- und Kaliumgehalt empfehlenswert. Dies unterstützt nicht nur die Entwicklung stärkerer Blüten, sondern fördert auch die Aroma- und Trichombildung. Anbauer sollten darauf achten, die Nährstoffzufuhr entsprechend den spezifischen Bedürfnissen ihrer Pflanzen und der jeweiligen Phase der Blütenentwicklung anzupassen.

Die sorgfältige Steuerung von Wasser- und Nährstoffzufuhr während der Blütephase ist somit ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Cannabis-Anbaus. Durch die Anpassung der Bewässerungs- und Düngungspraktiken an die besonderen Bedürfnisse der Pflanzen in diesem Stadium können Anbauer die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Ernte legen.

Optimale Umweltbedingungen und ihre Kontrolle

Die Kontrolle über die Umweltbedingungen ist während der Blütephase von Cannabis von entscheidender Bedeutung, da die Qualität und Quantität der Ernte direkt von der Fähigkeit des Anbauers abhängt, optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Die Blütephase erfordert spezifische Bedingungen in Bezug auf Temperatur, Feuchtigkeit, Beleuchtung und Luftzirkulation, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Temperatur und Feuchtigkeit

Die Aufrechterhaltung der richtigen Temperatur und Feuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer gesunden Entwicklung der Cannabis-Pflanzen und der Maximierung des Ertragspotenzials. Während der Blütephase sind tagsüber Temperaturen im Bereich von etwa 26°C ideal, während in den Nachtstunden ein Abfall auf 16-18°C förderlich für das Pflanzenwachstum ist. Diese Temperaturvariation zwischen Tag und Nacht unterstützt die Pflanze dabei, essentielle Nährstoffe effizient zu verarbeiten und fördert die Ausbildung robuster Blüten.

Die Feuchtigkeitskontrolle ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Zu Beginn der Blütephase sollte die Luftfeuchtigkeit bei etwa 40-50% liegen. Diese Rate unterstützt die optimale Transpiration und hilft, eine Überhitzung der Pflanzen zu vermeiden. In den letzten Wochen vor der Ernte kann eine Reduktion der Luftfeuchtigkeit auf 30-40% dazu beitragen, das Risiko von Schimmelbildung an den dichten Blütenständen zu minimieren und die Harzproduktion der Trichome zu verstärken.

Beleuchtung und Luftzirkulation

Die Einhaltung eines korrekten Lichtzyklus ist für die Blütephase unumgänglich. Die meisten Cannabis-Sorten benötigen während dieser Zeit eine Beleuchtung von 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit, um die optimale Blütenbildung anzuregen. Eine gleichmäßige und ausreichende Beleuchtung sorgt für gesundes Wachstum und bildet die Grundlage für das Entstehen von hochwertigen Cannabis-Blüten. Darüber hinaus darf die Bedeutung einer guten Luftzirkulation nicht unterschätzt werden. Eine angemessene Belüftung unterstützt die Stabilität der Umweltbedingungen innerhalb des Anbaubereichs und hilft, die Ansammlung von überschüssiger Feuchtigkeit und die Entstehung von Krankheiten zu verhindern.

Eine Aufgabe, die Anbauer nicht vernachlässigen sollten, ist die angemessene Kontrolle des Geruchs, der in der Blütephase intensiviert wird. Der Einsatz von Kohlefiltern oder anderen Geruchskontrollsystemen ist häufig notwendig, um die Ausbreitung des starken Cannabis-Aromas effektiv zu managen.

Die sorgfältige Überwachung und Anpassung der Umweltbedingungen während der gesamten Blütephase ist für den erfolgreichen Cannabis-Anbau unerlässlich. Durch eine konsequente Optimierung der Bedingungen können Anbauer nicht nur das Wachstum und die Gesundheit ihrer Pflanzen fördern, sondern auch die Qualität und den Ertrag der finalen Ernte signifikant steigern.

Entwicklung und Wachstum der Blüten

Die Blütephase kennzeichnet den Höhepunkt im Lebenszyklus der Cannabis-Pflanze, in der sich die entscheidenden Merkmale, die für Qualität und Quantität der Ernte ausschlaggebend sind, entwickeln. Diese Periode charakterisiert sich durch eine Reihe von deutlich wahrnehmbaren Veränderungen in der Struktur der Pflanze, die die Grundlage für das Wachstum und die Reifung der Blüten legen.

Initialphase der Blütenentwicklung

Zu Beginn der Blütephase wird das rapide Wachstum der Pflanzen, oft als "Stretching" bezeichnet, bemerkbar. Die Pflanzen können in dieser Zeit ihre Höhe deutlich vergrößern, was den strukturellen Rahmen für die Entwicklung der Blüten schafft. In dieser Phase entwickeln sich zunächst kleine weiße Härchen, die sogenannten Stigmen, die später die weiblichen Blüten kennzeichnen. Diese Härchen sind ein erstes Anzeichen dafür, dass die Pflanze in die produktive Phase ihres Lebenszyklus eintritt.

Bestimmung des Geschlechts und die Bildung der Blüten

Ungefähr in der zweiten Woche der Blütephase kann das Geschlecht der Pflanzen eindeutig bestimmt werden. Die Erkennung und Entfernung der männlichen Pflanzen ist entscheidend, um ungewollte Bestäubung und damit eine Samenbildung in den weiblichen Pflanzen zu verhindern. Dieser Schritt ist für Produzenten essenziell, die eine Ernte von sinsemilla (spanisch für "ohne Samen"), also reinen, unbebestäubten weiblichen Blüten, anstreben. Ab der dritten Woche beginnen die weiblichen Pflanzen, ihre Energie verstärkt auf die Blütenbildung zu konzentrieren, was zu einem verstärkten Wachstum der Blütenanlagen führt.

Reifungsprozess der Blüten

Die Blüten wachsen in den folgenden Wochen sowohl in Größe als auch in Dichte an. Besonders zwischen der dritten und sechsten Woche entwickeln sie sich rasant und beginnen, die charakteristischen dichten und harzigen Knospen zu formen, die für Cannabis so wertvoll sind. Während dieser kritischen Phase des Blütenwachstums ist die richtige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sowie die Aufrechterhaltung optimaler Umweltbedingungen essentiell, um den Pflanzen die bestmöglichen Voraussetzungen für die Entwicklung von qualitativ hochwertigen Blüten zu bieten. Die Knospen vergrößern sich stetig und geben intensivere Aromen ab, ein Zeichen für das Anreichern von Terpenen, die für den Geschmack und Geruch der Pflanze verantwortlich sind.

In den letzten Wochen vor der Ernte wird das Spülen der Pflanzen mit reinem, pH-neutralem Wasser empfohlen, um überschüssige Nährstoffe auszuschwemmen. Diese Praxis trägt dazu bei, den reinen Geschmack der geernteten Knospen zu bewahren und mögliche negative Auswirkungen durch übermäßige Düngemittelreste zu minimieren. Schließlich ist der Zeitpunkt der Ernte kritisch, der letztendlich durch die Farbe und Beschaffenheit der Trichome auf den Blüten bestimmt wird. Eine milchig-weiße Trübung signalisiert in der Regel den optimalen Reifezeitpunkt für die Ernte. Die Wahl des richtigen Erntezeitpunkts hat direkte Auswirkungen auf Geschmack, Qualität und Potenz des fertigen Cannabis-Produkts.

Die sorgfältige Beobachtung und Pflege während der gesamten Blütephase sind entscheidend für die Entwicklung starker, gesunder und ertragreicher Cannabis-Blüten. Durch das Verständnis und die Anwendung optimaler Anbaupraktiken können Züchter den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte legen.

Erntevorbereitung und Zeitpunkt der Ernte

Die Phase unmittelbar vor der Ernte ist eine Zeit intensiver Vorbereitung und sorgfältiger Beobachtung, in der entscheidende Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass die Cannabis-Pflanzen ihre maximale Qualität erreicht haben. Der perfekte Zeitpunkt der Ernte hängt von mehreren Faktoren ab und seine genaue Bestimmung ist entscheidend für das Endprodukt in Bezug auf Geschmack, Qualität und Potenz.

Spülung der Pflanzen

Ein kritischer Schritt in der Vorbereitung auf die Ernte ist das Spülen der Cannabis-Pflanzen. Diese Praxis, typischerweise in den letzten Wochen vor der Ernte durchgeführt, beinhaltet die Bewässerung der Pflanzen mit reinem, pH-neutralen Wasser. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, überschüssige Nährstoffe und Düngemittelreste aus dem Boden und den Wurzeln zu entfernen. Durch die Reduktion von Nährstoffansammlungen in den Blüten wird nicht nur ein saubererer und reinerer Geschmack des Endprodukts sichergestellt, sondern auch das Risiko negativer Nebenwirkungen beim Verzehr minimiert.

Beurteilung des optimalen Erntezeitpunkts

Die genaue Bestimmung des idealen Erntezeitpunkts ist von entscheidender Bedeutung. Diese Entscheidung sollte auf der Beobachtung der Trichome – der kleinen, harzigen Drüsen auf den Blüten und Blättern der Cannabis-Pflanze – basieren. Wenn die Trichome eine milchig-weiße Färbung annehmen, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Pflanzen ihren Höhepunkt in Bezug auf die THC-Konzentration erreicht haben. Ein zu frühes Ernten kann zu einem weniger potenten Endprodukt führen, während ein zu spätes Ernten den Abbau von THC in CBN zur Folge haben kann, was sich in einer stärker sedierenden und weniger euphorisierenden Wirkung äußert.

Anpassung der Umweltbedingungen vor der Ernte

In den letzten Tagen vor der Ernte können kleinere Anpassungen an den Umweltbedingungen vorgenommen werden, um die Qualität und Potenz der Knospen weiter zu verbessern. So kann eine leichte Reduktion der Luftfeuchtigkeit auf 30-40% dazu beitragen, das Risiko von Schimmel und Fäulnis in den dichten Blüten zu verringern und gleichzeitig die Harzproduktion zu fördern. Auch die Anpassung der Temperaturen kann einen Einfluss haben, wobei kühle Temperaturen in den Nachtstunden oft dazu beitragen, die Farbintensität und die Ausprägung der Terpene, die für das Aroma der Pflanze verantwortlich sind, zu verstärken.

Die sorgfältige Planung und Ausführung der Erntevorbereitung sind entscheidend für ein erfolgreiches Ernteergebnis. Durch die Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Cannabis-Pflanzen und die Anwendung bewährter Methoden können Anbauer die Qualität ihres Ertrags maximieren und ein potentielles und aromatisches Endprodukt sicherstellen.

Häufige Fehler während der Blütephase

Die Blütephase ist für die Entwicklung von Cannabis von größter Bedeutung und gleichzeitig ein Zeitraum, in dem verschiedene Fehler den Erfolg der Ernte gefährden können. Fehltritte in dieser entscheidenden Phase können sich negativ auf die Größe, Potenz und Qualität der Endprodukte auswirken. Daher ist es wichtig, häufige Fallstricke zu kennen und zu vermeiden.

Inadäquate Kontrolle der Umweltbedingungen

Ein verbreiteter Fehler im Cannabis-Anbau während der Blütephase ist die unzureichende Kontrolle über Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Zu hohe Temperaturen können den Pflanzen schweren Stress bereiten und ihre Blütenentwicklung hemmen, während eine zu hohe Luftfeuchtigkeit das Risiko von Schimmel und anderen Pilzkrankheiten erhöht. Eine sorgfältige Überwachung und Regulierung dieser Bedingungen sind essenziell, um gesunde und ertragreiche Pflanzen zu erzielen.

Falsche Beleuchtungseinstellungen

Eine weitere Herausforderung stellt die korrekte Einstellung der Beleuchtung dar. Während der Blütephase benötigen Cannabis-Pflanzen einen spezifischen Lichtzyklus von 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit, um optimal blühen zu können. Fehler bei der Einhaltung dieses Zyklus können zu Stresssymptomen führen und die Blüte verzögern oder sogar die Pflanze dazu veranlassen, wieder in die vegetative Phase zurückzukehren.

Vernachlässigung der Geruchskontrolle

Mit dem Eintritt in die Blütephase beginnen Cannabis-Pflanzen intensivere Aromen zu produzieren, was ohne angemessene Geruchskontrollmaßnahmen wie den Einsatz von Kohlefiltern zum Problem werden kann. Die Vernachlässigung der Geruchskontrolle kann insbesondere in Gebieten, in denen Diskretion erforderlich ist, zu Schwierigkeiten führen.

Überdüngung und falsche Nährstoffverteilung

Eine der größten Herausforderungen während der Blütephase ist die richtige Nährstoffversorgung. Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, kann die Qualität und Größe der Blüten signifikant beeinträchtigen und im schlimmsten Fall die Pflanzen schädigen. Gleichzeitig erfordert die Umstellung von der Wachstums- auf die Blütephase eine Anpassung der Nährstoffzusammensetzung – eine höhere Konzentration an Phosphor und Kalium ist essentiell, um die Blütenentwicklung zu fördern.

Die Vermeidung dieser und weiterer Fehler durch sorgsame Pflege und überlegte Adjustierungen während der ganzen Blütephase ist entscheidend, um die Gesundheit der Cannabis-Pflanzen zu gewährleisten und einen erfolgreichen, ertragreichen Anbau zu sichern. Ein fundiertes Verständnis der Bedürfnisse der Pflanzen und der Bedingungen ihres Wachstumsumfelds bietet die beste Grundlage, um häufige Fallstricke zu umgehen und die Qualität der Ernte zu maximieren.

Dr. Harald Stephan
Dr. rer. medic. Harald Stephan
Diplom-Biologe, Referent für Medizinische Informationsverarbeitung und Doktor der Gesundheitswissenschaften
Über den Autor

Dr. Harald Stephan arbeitete nach dem Studium in Saarbrücken an den Universitäten Marburg und Bochum sowie am Universitätsklinikum Essen in Forschung und Lehre, bevor er sich 2016 als Publizist selbständig machte. Wissen erwerben und weitergeben sieht er als Lebensaufgabe.

Neben seinen Veröffentlichungen aus Zellbiologie und Tumorforschung in renommierten Fachjournalen finden sich im Internet hunderte seiner Beiträge zu gesundheitlichen Themen. Darin erklärt er Krankheitsursachen, Laborwerte, Diagnosen wie auch traditionelle und neuartige Therapie-Optionen.